FPÖ-Politiker für PID-Zulassung

Wien (sb) Die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) in Österreich haben drei Abgeordnete der oppositionellen FPÖ im österreichischen Nationalrat beantragt. In ihrem Entschließungsantrag, der am 1. März eingebracht wurde, bisher aber keinerlei mediale oder politische Reaktionen auslöste, fordern die Abgeordneten für Österreich die Ermöglichung der „Präimplantationsdiagnostik zur Bestimmung des Chromosomensatzes sowie einer möglichen numerischen und strukturellen Chromosomenaberration“. Zur Begründung heißt es in dem Antrag, der dieser Zeitung vorliegt: „Diese Untersuchung ist in den meisten europäischen Staaten erlaubt, in Österreich, Irland und Portugal verboten.“

Deshalb führen viele österreichische Paare ins benachbarte Ausland – und dadurch, so wörtlich, „fließen auch Gelder ins benachbarte Ausland ab“. Argumentiert wird in dem Antrag auch mit der Tatsache, dass die Abtreibung eines behinderten Kindes in Österreich bis zur Geburt straffrei ist: „Während bei bereits bestehender Schwangerschaft pränatale Untersuchungen erlaubt sind und die embryopathische Indikation, eine Beendigung der Schwangerschaft bis zum Geburtstermin im Falle einer Behinderung des Kindes in Österreich möglich ist, werden ethische Gründe vorgeschoben, Präimplantationstechnik zu untersagen.“ Dies, so die Unterzeichner, sei „nicht nachvollziehbar, da ja in keiner Weise garantiert ist, dass eine eingesetzte befruchtete Eizelle wirklich zu einer Schwangerschaft führt und damit zu Leben wird“. Eingebracht wurde der Entschließungsantrag von der Ärztin Dagmar Belakowitsch-Jenewein und ihrem Fraktionskollegen Norbert Hofer – beide sind stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FPÖ im Parlament – sowie von Harald Stefan, der wie Norbert Hofer einer der stellvertretenden FPÖ-Parteivorsitzenden ist. Trotz der Prominenz der Politiker gab es zu dem von ihnen eingereichten PID-Antrag weder eine Pressemeldung ihrer Partei noch eine öffentliche Stellungnahme von FPÖ-Chef Strache.

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