Ethik-Institut nimmt zur „Pille danach“ Stellung

Wien (DT/reh) Die derzeit auf dem Markt befindlichen Präparate der „Pille danach“ wirken häufiger „nidations-“ als „ovulationshemmend“. Das ist ein Ergebnis einer Stellungnahme, mit der sich jetzt das Wiener „Institut für medizinische Anthropologie und Bioethik“ in den Streit um die ethische Zulässigkeit der Gabe sogenannter „Notfallkontrazeptiva“ im Falle einer Vergewaltigung eingeschaltet hat. Laut der Stellungnahme, die das Institut Mitte der Woche auf seiner Homepage (www.imabe.org) veröffentlichte, wirkten die derzeit erhältlichen Präparate der „Pille danach“ in 2,2 Prozent der Anwendungsfälle „ovulationshemmend“. In vier Prozent der Fälle wirkten sie dagegen als „Frühabortivum“. In diesen Fällen würden die Präparate die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern. Welche der Wirkungen die Präparate jeweils entfalten, hängt laut der Stellungnahme davon ab, zu welchem Zeitpunkt sie eingesetzt würden. Ausschließlich antikontrazeptiv wirkten die Präparate nur dann, wenn sie bis circa zwei Tage vor dem Eisprung eingenommen werden. Würden die Präparate der „Pille danach“ dagegen „kurz vor der Ovulation“ verabreicht, wirkten sie „nidationshemmend“. Zunehmend „wirkungslos“ oder sogar „schwangerschaftserhaltend“ wirke die „Pille danach“, sofern sie nach dem Eisprung eingenommen werde. Wie das Institut, das sich die „Förderung des Dialogs von Medizin und Ethik auf Grundlage des christlichen Menschenbildes“ zum Ziel gemacht hat, in seiner Stellungnahme weiter ausführt, sei es jedoch inzwischen möglich, die kontrazeptive und die abortive Wirkung der Präparate auseinanderzuhalten, da sich der Zeitpunkt des Eisprungs mittels entsprechender Untersuchungen, wie zum Beispiel einer Vargnialsonografie, heute „mit großer Sicherheit“ ermitteln lasse. Um eine abortive Wirkung auszuschließen, sollten Präparate der „Pille danach“ nach Ansicht des Instituts nicht verabreicht werden, wenn die Diagnose ergibt, dass ein Eisprung binnen 48 (im Falle von Präparaten mit dem Wirkstoff Levonorgestrel) beziehungsweise 24 Stunden (im Falle des Wirkstoffs Ulipristalacetat) erfolgen wird.

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