Abuja/Nigeria

Entführte Schulkinder in Nigeria wieder frei.

Am vergangenen Sonntag hatte der Papst beim Angelus für die Kinder und ihre Familien gebetet. Nun kam die freudige Nachricht von der Freilassung.

Klassenraum der Government Girls Secondary School in Jangebe.
Die entführten 317 Schülerinnen der Government Girls Secondary School in Jangebe sind wieder frei. Im Bild ein Klassenraum der Schule, die die Mädchen besuchen. Foto: Emma Houston via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

Die entführten 317 Schulmädchen aus der staatlichen Sekundarschule in Jangebe im Bundesstaat Zamfara/Nigeria sind wieder frei. Die Kinder waren am vergangenen Freitag von Bewaffneten entführt worden. Am Ende des Angelus hatte Papst Franziskus am vergangenen Sonntag für die Schulmädchen  gebetet. Wörtlich sagte der Papst: „Ich schließe mich der Stimme der nigerianischen Bischöfe an und verurteile die feige Entführung von 317 Mädchen, die aus ihrer Schule in Jangebe im Nordwesten des Landes entführt wurden. Lassen Sie uns für diese Mädchen beten, dass sie bald nach Hause zurückkehren können.“ 

Häufige Entführungen

Bewaffnete Angreifer hatten die Schulmädchen aus einer Internatsschule entführt. Der Angriff auf die Schule kam etwas mehr als eine Woche nach einem ähnlichen Angriff in einem weiteren nigerianischen Bundesstaat auf eine Schule für Jungen. In den vergangenen Tagen hatten sich die Bischöfe des afrikanischen Landes in einer Erklärung zur ernsten Sicherheitslage geäußert. „Wir Mitglieder der katholischen Bischofskonferenz von Nigeria“, heißt es in der Mitteilung, „sind sehr beunruhigt über den derzeitigen Zustand der Instabilität im Land“. 

Unwillen der Verantwortlichen

Nach Ansicht der Oberhirten habe die Unsicherheit, die sich in den zahlreichen Verlusten an Menschenleben habe den Unwillen der Verantwortlichen gezeigt, für Sicherheit zu sorgen. In Nigeria entführen bewaffnete Banden immer wieder Schulkinder, um von den Eltern oder vom Staat hohe Beträge an Lösegeld zu fordern. Es gibt jedoch Hinweise, dass sie oft mit der islamistischen Miliz „Boko Haram“ zusammenarbeiten. 

Immer wieder Entführungen

Schätzungen von Unicef zufolge hat allein „Boko Haram“ seit 2013 mehr als tausend Kinder verschleppt. 2014 sorgte die Entführung von 276 Schülerinnen im Ort Chibok im Norden des Landes weltweit für Schlagzeilen. 107 von ihnen wurden seither befreit oder konnten fliehen, von den anderen 112 Mädchen fehlt noch immer jede Spur. Vielfach werden auch Geistliche zur Zielscheibe der Verbrecher. Erst am 18. Januar hatte der Erzbischof von Abuja, Ignatius Ayau Kaigama, in einer Predigt die grassierende Plage der Entführungen erneut verurteilt. Der Pfarrer der betreffenden Gemeinde, Matthew Dajo, war am 22. November 2020 entführt worden und erst zehn Tage später freigekommen. DT/chp

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