EM-Glosse: Ein Hoch auf die Premium-Sprache

Fußball, lange Zeit der Volksport Nummer 1, ist heute vor allem ein „Premium-Produkt“. Das belegen nicht mehr nur die „VIP-Lounges“, die sich inzwischen selbst Zweitliga-Klubs leisten, die saftigen Ticket-Preise, die es längst mit einem Konzert- oder Theaterbesuch aufnehmen können, sowie die perfekt sitzenden Frisuren der Spieler; nein, das zeigt auch die gehobene Sprache an. Statt Gegner früh anzugreifen und im Spielaufbau zu stören, wird heute „gegen den Ball gearbeitet“ und der ballführende Spieler „angelaufen“. Defensive Mittelfeldspieler, also „Sechser“, laufen sich nicht mehr frei, sondern „kippen“ zwischen Innen- und Außenverteidiger „ab“, um so eine zusätzliche Anspielstation zu schaffen. Wenn das Gleiche heute in der „Offensivabteilung“, ehemals Sturm, geschieht, spricht man auch gern von einem „falschen Neuner“. Wo früher ein Spielmacher einen Offensivspieler steil schickte, spielen heute „Zehner“ „vertikal“. Verlagerte Günter Netzer einst noch ein ganzes Spiel mit einem einzigen 40-Meter-Pass, so nutzen Jerome Boateng und Toni Kroos heute nur noch die „Diagonale“. Beim Dribbling werden Bälle heute nicht mehr vertändelt, sondern in einer „Eins-zu-Eins-Situation“ nicht ordnungsgemäß „verarbeitet“. Braucht Thomas Müller im Viertelfinale eigentlich nur noch beweisen, dass er der „polyvalente“ Spieler ist, für den ihn alle halten. Stefan Rehder

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