Die Farbe des Erfolgs

Wie der SPD-Chef wieder zu Kräften kommt und warum China die Olympischen Spiele gewinnt

Von Markus Reder

Soll nur keiner sagen, Forschung befasse sich nicht mit lebenswichtigen Themen. Eine jüngst veröffentlichte Studie von Psychologen beweist, wie lebensnah und lebenspraktisch heute geforscht wird. Es geht um Farben, genauer gesagt um die Farbe „Rot“. Britische Experten wollen herausgefunden haben, dass „Rot“ erfolgreich macht. Gemessen haben sie das im Sport. Wer rote Trikots trägt, wirke aggressiver und sei erfolgreicher. Man muss dankbar sein für die Entdeckung dieses evolutionspsychologischen Phänomens. Schließlich erklärt das einiges: Die deutsche Niederlage gegen Spanien im Finale der Fußball-Europameisterschaft zum Beispiel. Egal wie die deutsche Mannschaft gegen rot-gekleidete Spanier gespielt hätte, sie hatte rein trikottechnisch überhaupt keine Chance. Selbst Schiedsrichter, verrät die „Rot“-Forschung weiter, lassen sich von der Farbe „Rot“ beeindrucken.

„Rot strahle Kraft, Energie und Gefahr aus, das könne Kampfrichter gerade in uneindeutigen Wettbewerbssituationen beeinflussen“, so die Psychologen. Der Effekt laufe unbewusst ab und sei von Schiedsrichtern natürlich nicht gewollt. Überträgt man die neuen Erkenntnisse aus der Welt des Sports auf die Politik, erstaunen auch da bestimmte Entwicklungen nicht mehr. Warum „rot“ ganz offensichtlich die Lieblingskrawattenfarbe vieler Politiker ist, versteht sich nun von selbst. Auch der prinzipielle Linksruck deutscher Politik hat möglicherweise viel mit der Farbe „Rot“ zu tun. In Hessen – und nicht nur da – scheint die SPD der Meinung: Je roter, desto erfolgreicher. Gut möglich, dass Kurt Beck demnächst bevorzugt in rotem Pullover auftritt. So strahlt man „Kraft und Energie“ aus. Ach ja, wenn China bei den Olympischen Spielen am Ende im Medaillenspiegel vorne liegt, darf wirklich niemand überrascht sein. Es liegt nur an der Farbe. Und Farbdoping ist nicht strafbar.

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