Der Gastkommentar: Der Staat zerstört die Familien

Jeder kennt es, jeder fühlt es, jeden treibt es an: das Gefühl, einzigartig zu sein. Kann es sein, dass dieses Gefühl das Motiv unserer Politiker ist, Deutschland nachhaltig verändern zu wollen? Gleichstellung – nicht Gleichberechtigung – von Mann und Frau ist das neue und moderne Ziel. Und jeder möchte den größten Verdienst an der Verwirklichung dieses Ziels auf seinem Konto gutschreiben. Egal, ob die Menschen das wollen, egal auch, ob es gegen die Natur ist.

Nur über die Verleugnung von Unterschieden ist dieser Weg zu bestreiten. Also müssen Gesetze her, Gesetze, die die Menschen zwingen, gleich zu werden. Frauen sollen erwerbstätig sein, Männer sollen Freude an der Hausarbeit haben und Kinder sollen im Kollektiv groß werden.

Gesteuert über finanzielle Zuwendungen wird die Gesellschaft zwangsverändert. Zuwendung gibt es für die, die nach Vorstellungen der Regierenden leben, etwa für Mütter, die nach Geburten schnell in den Arbeitsprozess zurückkehren und Kinder in die Fremdbetreuung geben. Bestrafung, durch Armut und Diffamierung gibt es für die, die anders leben wollen.

Demnächst droht diesen „Anderslebern“ die Staatskontrolle. Entweder über Verfassungsänderung oder über Gesetzesnovellierungen sollen Kinder die Erziehung bekommen, die nicht mehr von den Eltern, sondern vom Staat festgelegt und kontrolliert wird – auch gegen den Willen der Eltern. Der Staat hat aber, laut Grundgesetz, nicht die beste oder optimale Erziehung für das Kind zu gewährleisten, sondern er hat das Kind vor Schaden zu bewahren. Sonst wäre der Staat der eigentliche Erziehungsträger und Eltern nur seine Delegaten.

Hoffen wir, dass es noch mehr „Wachsame“ wie Professor Fritz Ossenbühl gibt, die darauf hinweisen, dass mit dem Rechtsanspruch des Kindes auf staatliche Erziehung strategisch die Familienzerstörung beginnt. Und dass es noch mehr „Wissende“ wie Johannes Singhammer gibt, die sich in ihrem Kampf für die „Andersleber“ im Bundestag sogar auslachen lassen. Aber auch noch mehr „Unabhängige“ wie Wolfgang Bergmann, die unermüdlich deutlich machen, dass in der Kollektiverziehung das Gefühl von Einzigartigkeit nicht entstehen kann.

Einzigartigkeit entsteht aus Zeit, Liebe und Zuwendung durch die leiblichen Eltern. Und das werden immer weniger Menschen erfahren dürfen.

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