Den Menschen aus der tiefen Krise retten

Hubert Gindert, Vorsitzender des „Forums Deutscher Katholiken“, über den 14. Kongress „Freude am Glauben“. Von Markus Reder
Foto: KNA | .
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Der Mensch ist gefährdet (Papst Franziskus) – was rettet ihn? lautet das Motto des diesjährigen Kongress „Freude am Glauben“, der vom 25. bis 27. Juli in Fulda stattfindet. Was hat Sie zu diesem Motto veranlasst? Warum ist dieses Thema für Sie von besonderer Bedeutung?

Die Welt steckt in einer Krise. Sie besteht nicht nur aus einer wirtschaftlichen Krise. Es ist eine kulturelle Krise. Es ist eine Krise

des Menschen. Der Mensch ist heute gefährdet und die Gefahr ist groß, denn die Ursache des Problems ist nicht oberflächlich, sondern sitzt tief. Was zerstört werden kann ist der Mensch, doch der Mensch ist das Ebenbild Gottes. Aus diesem Grund ist es eine tiefe Krise.

Im Programm finden sich neben Gottesdiensten, Gebetszeiten und kirchlichen Themen Vorträge mit politischen, wirtschaftlichen oder pädagogischen Schwerpunkten: Ein Zeichen dafür, dass der Glaube in die Welt hineinstrahlen muss und sich nicht auf innerkirchliche Debatten reduzieren darf?

Das Programm greift Lebensbereiche auf, in denen der Mensch heute besonders gefährdet ist, wie Erziehung und Schule, Wirtschaft, Politik. Als Christen erwarten wir uns die entscheidende Hilfe von Gott, das heißt von unserem Glauben, der wieder stärker in das „normale“ Leben hineinwirken muss.

Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, wird zum Eröffnungsgottesdienst erwartet. Der Bischof von Fulda, Heinz Josef Algermissen, feiert das Pontifikalamt zum Abschluss der Veranstaltung. Ausdruck einer besonderen Verbundenheit mit Rom und den Bischöfen?

Es bedeutet für uns eine große Ehre, wenn der Präfekt der Glaubenskongregation mit den Teilnehmern den Eröffnungsgottesdienst feiert, weil wir damit auch unsere enge Verbundenheit mit Rom, mit dem Heiligen Vater und der Gesamtkirche betonen können. Mit dem Ortsbischof Algermissen standen wir immer in sehr guter Beziehung. Rund ein Drittel der deutschen Bischöfe haben in den vergangenen Jahren an unseren Kongressen teilgenommen.

Auch ein Jugendprogramm wird es wieder geben. Wie ist die Resonanz bei den jungen Teilnehmern?

Die Resonanz der jungen Teilnehmer wissen wir natürlich endgültig erst, wenn der Kongress begonnen hat. Aber Themen wie „Wo es lebensgefährlich ist, Jesus nachzufolgen“, das heißt Christenverfolgung im 21. Jahrhundert, oder das Podium „Katholisch – ja bitte!“ oder das Thema „Ich habe die Kirche radikal abgelehnt“, werden, so meine ich, interessierte Jugendliche finden.

Unter Papst Franziskus herrscht Aufbruchstimmung, heißt es in der Kirche. Spüren Sie Rückenwind?

Zunächst freuen wir uns über das Grußwort des Papstes, das uns zugegangen ist. Der Papst hat das Charisma, die Herzen von Millionen zu erreichen, weit über den Raum unserer Kirche hinaus. Wer sich mit ihm identifiziert, partizipiert von dieser Sympathie, die ihn umgibt.

Welches Signal soll von diesem 14. Kongress des „Forums Deutscher Katholiken“ ausgehen?

Dass der Mensch gerettet werden kann, wenn er zu Gott und zu seiner Kirche zurückkehrt, denn „für Gott ist nichts unmöglich“ und seine Kirche ist „keine Wirklichkeit der Vergangenheit, sondern Kraft für die Zukunft und das Heute“, wie Papst Benedikt XVI. es gesagt hat.

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