Debatte um Betreuungsgeld

Berlin (DT/dpa/pd) Die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär (CSU), hat die Forderung der SPD, auf die Einführung des geplanten Betreuungsgeldes zu verzichten, zurückgewiesen. Die SPD-Familienpolitikerin Caren Marks hatte der dpa am Sonntag gesagt, dass sich Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) viel engagierter als bisher für den Ausbau von Krippenplätzen und Kitas stark machen müsse. Die Pläne der Koalition für ein Betreuungsgeld würden einhellig von Experten wie wichtigen Sozialverbänden als „unsinnig“ und „wenig hilfreich“ abgelehnt, so Frau Marks. Statt den Kleinkindern im Spiel mit anderen in Krippen und Betreuungseinrichtungen frühkindliche Bildung zu ermöglichen, werde mit dem Betreuungsgeld „die tradierte Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen verfestigt“. Dazu erklärte Frau Bär am Montag: „Was die SPD behauptet, ist schlichtweg falsch. In der Wissenschaft ist es inzwischen unbestritten: Bindung geht der Bildung voraus. Für die Ein- und Zweijährigen, für die es das Betreuungsgeld geben soll, steht das Bedürfnis nach verlässlicher Bindung im Vordergrund. Und die erste Bindung eines Kindes ist die an seine Eltern. Für die Kleinen ist daher die familiäre der institutionellen Betreuung zumindest gleichwertig, wenn nicht gar überlegen. Kitas können wichtige Ergänzungen zum Bildungsort Familie sein. Doch Entwicklungspsychologen warnen, dass bei den in deutschen Kitas üblichen Gruppengrößen der Besuch einer Krippe – je nach Stundenzahl – gerade für Ein- und Zweijährige als Stress empfunden werden kann.“ Frau Bär erklärte weiter, dass die Koalition an der Einführung des Betreuungsgeldes festhalte. „So wie wir bei knapper Haushaltskasse die finanzielle Unterstützung für den Ausbau der Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen nicht in Frage stellen, werden wir auch unser Versprechen gegenüber den Eltern einhalten, die in der staatlichen Kinderbetreuung nicht den besten und alleinigen Weg für ihr Kind sehen.“

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