DDR: Jährlich bis zu 30 000 Häftlinge in Zwangsarbeit

Berlin (DT/dpa) In der DDR wurden jedes Jahr zwischen 15 000 und 30 000 Häftlinge als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, am Montag in Berlin vorstellte. Anweisungen, politische Gefangene schlechter als Kriminelle zu behandeln, gab es demnach nicht. Es gebe aber Hinweise, dass sie für besonders unangenehme Aufgaben eingesetzt und benachteiligt wurden. Die Arbeit von Häftlingen habe eine wichtige wirtschaftliche Rolle gespielt, da sie in Bereichen eingesetzt wurden, für die kaum zivile Arbeiter gefunden wurden – „etwa weil sie schlecht entlohnt wurden oder besonders gefährlich waren“, sagte Wissenschaftler Jan Philipp Wölbern vom Potsdamer Zentrum für zeithistorische Forschung.

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