Das Kruzifix soll bleiben

Berlin (DT/KNA/aho) Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wird das Kruzifix in ihrem Ministerium trotz Beschwerde nicht entfernen lassen. „Auch wenn mich die Grünen und Linken noch so oft auffordern, das Kreuz abzunehmen: Solange ich Ministerin bin, bleibt es hängen“, sagte die Politikerin gestern dieser Zeitung. Sie lade jeden Bürger ein, in das Ministerium zu kommen und sich selbst ein Bild zu machen: „Jeder wird sehen: Es handelt sich um ein schlichtes, unauffälliges Holzkreuz, das man als Besucher auf den ersten Blick kaum wahrnimmt“, so Aigner.

Das Holzkreuz, Ton in Ton mit der Rückwand des Raumes im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hatte die Gemüter zweier Frauen aus einer Besuchergruppe der hessischen Grünen erregt. „Mit Verwunderung“ habe man festgestellt, dass in dem öffentlichen Raum ein „den christlichen Glauben symbolisierendes Kreuz aufgehängt war“. Das widerspreche der klaren Trennung von Staat und Kirche, so die zwei Teilnehmerinnen in einem Brief an die Ministerin. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ am Samstag berichtete, fordert die Linksfraktion die Bundesverbraucherministerin nun dazu auf, das Holzkreuz im Besucherraum des Ministeriums zu entfernen. „Ministerien sind weder Gottes- noch Parteihäuser“, sagte der Abgeordnete Ilja Seifert der „Saarbrücker Zeitung“. Er kündigte an, den Vorgang in den Bundestag einbringen zu wollen. Aus der Grünen-Bundestagsfraktion hieß es, Aigner müsse die „religiöse Neu-tralität des Staates“ akzeptieren.

Der Sprecher der Ministerin, Holger Eichele, verwies gestern diesbezüglich auf eine Einschätzung des Innenministeriums aus dem Jahr 2010, wonach das Kreuz die Religionsfreiheit nicht beeinträchtige, solange es nur beiläufig von einer unbestimmten Allgemeinheit wahrgenommen würde. Diese Einschätzung erfolgte auf die damalige Frage der Partei „Die Linke“ im Bundestag hin, inwieweit es üblich sei, dass ein Behördengebäude mit einem Holzkreuz ausgestattet würde. Den neuerlichen Vorstoß der Linksfraktion hält Eichele daher für überflüssig: „Alle Fragen dazu sind bereits beantwortet“, sagte er gegenüber der „Tagespost“.

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