Fudan

China: Keine Untersuchungen zum Ursprung von COVID-19?

Nach Presseberichten über ein mögliches Entweichen des Coronavirus aus einem chinesischen Biolabor versucht Peking mit einer neuen Strategie, die Forschung zum Ursprung der Pandemie zu unterbinden.
Coronavirus:  Mitarbeiter arbeiten in einem Labor in Wuhan
Foto: Cheng Min (XinHua) | 13.02.2020, China, Wuhan: Mitarbeiter arbeiten in einem Labor in Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei.

China bemüht sich, kritische Medienberichte über den Ausbruch der Corona-Pandemie zu unterbinden und führt verstärkt Desinformationskampagnen durch. Auf der amerikanischen Nachrichtenseite The Daily Signal werden Sachverhalte angeführt, die Peking in ein ungünstiges Licht rücken. So hätten die Webseiten zweier chinesischer Universitäten - der Fudan University und der China University of Geoscience - Forschungsarbeiten über den Ursprung des SARS-CoV-2 zunächst veröffentlicht und anschließend wieder gelöscht. Wichtig dabei sei: „Die von den Universitäten publizierten und wieder zurückgezogenen Seiten verwiesen auf eine neue chinesische Regierungsstrategie, einschließlich einer zusätzlichen Sicherheitsüberprüfung der Forschungstätigkeit über das Coronavirus“. Die von der Abteilung Wissenschaft und Technologie des chinesischen Bildungsministeriums herausgegebene Direktive besagt, dass jegliche Forschung, die sich mit dem Ursprung des Virus beschäftige, „streng gehandhabt werden“ müsse. Die wissenschaftlichen Papers, die zunächst vom akademischen Ausschuss der Universitäten genehmigt werden müssen, sollen sodann an das Bildungsministerium geschickt werden. Dieses leitet es dann zur Überprüfung an eine dem Staatsrat unterstehende Arbeitsgruppe weiter. Erst nachdem die Universitäten von der Arbeitsgruppe unterrichtet würden, könnten die wissenschaftlichen Papers bei Zeitschriften eingereicht werden. 

Labor wurde stillgelegt

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Es sollte „klar sein“, kommentiert The Daily Signal, „dass die chinesische Regierung versucht, planmäßig genau zu lenken, welche Informationen an die Öffentlichkeit und die Welt gelangen und welche nicht“. So wurde beispielsweise das chinesische Labor, das die Genomsequenz von SARS-CoV-2 als erstes publiziert hatte, „kurzerhand stillgelegt“. Die Information sei dann von dem Wuhan Institute of Virology an die Weltgesundheitsorganisation weitergeleitet worden. Dieses Wuhaner Institut für Virologie, das von der chinesischen Wissenschaftsakademie betrieben wird, geriet in den Verdacht, dass das Virus von hier aus unbeabsichtigt entweichen konnte.

SARS-CoV-2 in einem chinesischen Labor entstanden

Laut dem Nachrichtensender Fox News werde es zwar immer sicherer, dass das SARS-CoV-2 in einem chinesischen Labor entstanden sei, „wenn auch nicht als eine Biowaffe, sondern im Rahmen dessen, beweisen zu können, dass Chinas Bemühungen, Viren zu identifizieren und zu bekämpfen, den Fähigkeiten der Vereinigten Staaten ebenbürtig oder gar noch größer als sie seien“.

Ein Wissenschaftler der Chinastudien-Fakultät an der Monash University in Australien sagte der linksliberalen britischen Tageszeitung The Guardian, man versuche in China, die Pandemie „von einer gigantischen Katastrophe zu einem Unglück zu verwandeln, bei dem die Regierung alles richtig gemacht und der übrigen Welt Zeit gegeben hat, um sich vorzubereiten“. 

 

DT/ks

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