Bericht: USA wegen Iran ruhig

Washington (DT/dpa) Die US-Regierung hat nach einem Bericht der „New York Times“ Israel überzeugt, dass vom Iran keine unmittelbare atomare Bedrohung ausgeht. Wie das Blatt am Donnerstag im Internet berichtete, brauche der Iran etwa ein Jahr oder möglicherweise auch länger, um aus nuklearem Material eine funktionierende Waffe herzustellen. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama würde Beweise zitieren, wonach es beim iranischen Atomprogramm ständig Probleme gebe. Die Ursachen für diese Schwierigkeiten seien unklar. Die Einschätzung der USA basiere auf Geheimdienstinformationen aus dem zurückliegenden Jahr und auf Berichten internationaler Atominspektoren. Jetzt gingen amerikanische und israelische Beamte davon aus, dass ein entscheidender iranischer Fortschritt in Kürze unwahrscheinlich sei. Die Zeitung zitiert Gary Samore, Spitzenberater von US-Präsident Obama in Nuklearfragen, mit den Worten: „Ein Jahr ist ein sehr langer Zeitraum.“ Samore gehe davon aus, dass internationale Inspektoren einen iranischen Durchbruch im Nuklearbereich innerhalb von Wochen bemerken würden. Damit bliebe den USA und Israel genügend Zeit, um über einen Militärschlag nachzudenken. Die „New York Times“ schreibt, Beamte des Weißen Hauses würden annehmen, dass jetzt ein israelischer Militärschlag gegen Irans Nukleareinrichtungen unwahrscheinlicher werde.

Unterdessen hat Russland vor der für diesen Samstag geplanten Eröffnung des iranischen Atomkraftwerks in Buschehr einen Missbrauch der Brennstäbe zur Waffenproduktion ausgeschlossen. Der Betrieb der Anlage werde „lückenlos“ von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA kontrolliert. Das sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der Ex-Sowjetrepublik Armenien. „Die Überwachung durch die IAEA schließt eine Manipulation mit den (von Russlands Atomkonzern Rosatom gelieferten) Brennstäben aus“, sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax.

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