Abtreibungen erneut gesunken

Wiesbaden (DT/KNA/reh) Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland sinkt weiter. Im Jahr 2015 ging die Zahl vorgeburtlicher Kindstötungen gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent zurück. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden 2015 rund 99 200 Abtreibungen in Deutschland gemeldet. Das ist der niedrigste Stand seit der Neuregelung der statistischen Erfassung im Jahr 1996. Verharrten die Zahlen in den 90er Jahren zunächst um die 130 000, so erreichten sie 2001 den Höchststand von 134 964. Seit 2004 sinken die Werte stetig. Allerdings sinkt parallel dazu auch die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter (15–45). Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die 2015 eine vorgeburtliche Kindstötung in Auftrag gaben, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 16 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre. Rund acht Prozent waren 40 Jahre und älter. Der Anteil der unter 18-Jährigen betrug drei Prozent. Rund 39 Prozent der Frauen hatten vor der Abtreibung noch keine Lebendgeburt. 96 Prozent der gemeldeten Abtreibungen sind nach der Beratungsregelung vorgenommen worden. Medizinische und kriminologische Indikationen wurden in vier Prozent der Fälle als Begründung angeführt. Die meisten vorgeburtlichen Kindstötungen (64 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei 19 Prozent wurde die Abtreibungspille Mifegyne verwendet. Die Abtreibungen erfolgten überwiegend ambulant – rund 78 Prozent in gynäkologischen Praxen und 19 Prozent ambulant im Krankenhaus. Sieben Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten. Zuletzt verzeichneten die Statistiker eine steigende Zahl von Abtreibungen. Im vierten Quartal 2015 wurden rund 24 300 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, das waren 3,7 Prozent mehr als im vierten Quartal 2014.

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