Abtreibung knapp abgelehnt

Vaduz (DT/sb) Im Fürstentum Liechtenstein bleiben Abtreibungen weiterhin verboten und strafbar. In einer Volksabstimmung sprachen sich am Sonntag rund 52 Prozent gegen eine Legalisierung von Abtreibungen aus. 47,7 Prozent votierten dafür, Abtreibungen innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen zu erlauben, im Fall einer möglichen Behinderung sogar bis zur Geburt. Erbprinz Alois von Liechtenstein hatte sich in einer Rede am 15. August deutlich gegen die Gesetzesinitiative ausgesprochen und sogar ein Veto angedroht. Regierung und Parlament Liechtensteins waren ebenfalls gegen die Initiative, vor allem wegen der unbefristeten eugenischen Indikation. Der Erbprinz meinte in einer Stellungnahme am Sonntagnachmittag, „dass das Thema Schwangerschaftsabbruch damit keineswegs von der politischen Agenda genommen werden kann“. Nun gelte es, „die Situation von ungewollt Schwangeren zu verbessern und dadurch auch die Anzahl von Abtreibungen zu reduzieren“. Er werde „umgehend mit dem Landtag und der Regierung Gespräche aufnehmen, um möglichst rasch Reformen zu realisieren, die wirkliche Hilfe bieten“. Seine Reformen sollen „weiterhin klar signalisieren, dass die Abtreibung keine akzeptierte Lösung für das Problem der ungewollten Schwangerschaft ist, gleichzeitig aber die Situation der ungewollt Schwangeren entscheidend erleichtern und ein kinderfreundlicheres Umfeld schaffen“, so der Erbprinz von Liechtenstein. Beobachter gehen davon aus, dass es weitere Initiativen zur Freigabe der Abtreibung geben wird, voraussichtlich ohne unbefristete eugenische Indikation.

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