Ab 2016 gilt die Frauenquote

Berlin (DT/dpa) Nach jahrelanger kontroverser Debatte ist die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten von Großunternehmen beschlossene Sache. Der Bundestag stimmte am Freitag mit den Stimmen von Union und SPD dem Gesetzentwurf der schwarz-roten Bundesregierung zu. Grüne und Linke enthielten sich. Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einem „historischen Schritt“ zur Durchsetzung der Gleichberechtigung. Betroffen von der Neuregelung sind ab 2016 gut 100 börsennotierte und mitbestimmungspflichtige Unternehmen. 3 500 weitere Unternehmen müssen sich künftig verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen setzen. Schwesig betonte, das Gesetz werde nicht nur Veränderungen in den Führungsetagen bewirken, sondern für alle Frauen, die in den Unternehmen und im öffentlichen Dienst arbeiten. Ende 2014 betrug der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 18,4 Prozent. In den Vorständen dieser Unternehmen sind nur 5,4 Prozent Frauen.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Frauenquote den „größten Beitrag zur Gleichberechtigung seit Einführung des Frauenwahlrechtes“. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sprach von einer „Quote light“. Die Linken-Abgeordnete Caren Lay kritisierte das „Frauenquötchen“. Im öffentlichen Dienst bedeute der Entwurf sogar eine Verschlechterung. „50 Prozent ohne Wenn und Aber“ sei das Ziel. Für die Union wies die Abgeordnete Nadine Schön weitergehende Forderungen zurück. „Gleichmacherei auf allen Ebenen“ sei nicht sinnvoll. Das Gesetz in seiner vorliegenden Form sei „absolut machbar“ für die Unternehmen in diesem Land. Konsequenterweise gab es nach dem Beschluss im Bundestag neue Kritik aus der Wirtschaft. „Die starre Einheitsquote für Aufsichtsräte ist reine Symbolpolitik, bei der verfassungsrechtliche Bedenken kurzerhand ignoriert wurden“, betonte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

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