Zukunftscharta vorgestellt

Berlin (DT/dpa) Die Bundesregierung will sich auf den Weg hin zu einem nachhaltigen, umweltfreundlicheren Wirtschaften machen – und die Bürger dabei mitnehmen. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) warb am Montag bei einem Forum mit Ministern und 3 000 Bürgern in Berlin für seine „Zukunftscharta“. Unterstützung erhielt er unter anderem von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Die SPD-Politikerin lobte auch das von Müller initiierte Textilbündnis für fair hergestellte Kleidung, dem sich viele deutsche Textilhersteller bisher nicht anschließen wollen. Es sei gut, dass endlich einmal ein Minister „den Mumm gehabt“ habe, die Konzerne in die Pflicht zu nehmen. Müllers „Zukunftscharta“ liefert Handlungsempfehlungen, um Menschenrechtsverletzungen und die Zerstörung der Natur zu vermeiden. Viele Hilfsorganisationen unterstützen das Dokument. Strategien, die nur auf Wachstum und Gewinnmaximierung ausgerichtet seien, taugten heute nichts mehr, sagte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Als Beispiel dafür nannte er die Abkehr von der Praxis der EU-Agrarsubventionen, die zu einer Verarmung von Kleinbauern in Afrika beigetragen habe.

Kurz vor der Präsentation der „Zukunftscharta“ hatte sich Kritik geregt. Dem Papier fehlten konkrete Ziele, erklärte die Hilfsorganisation Oxfam am Sonntag. Offen sei auch, ob die Charta ein verbindliches Leitdokument für die gesamte Bundesregierung werde. Dies sei deswegen wichtig, weil viele entwicklungspolitisch relevante Weichenstellungen in anderen Ministerien erfolgten. Entwicklungsminister Müller (CSU) will mit der Charta „EINEWELT – unsere Verantwortung“ verbindliche Entwicklungsziele festlegen. Diese sollen Handlungsgrundlage für das Entwicklungsjahr 2015 bilden und ein Beitrag zur Weiterentwicklung der UN-Millenniumsziele sein. Es gehe die Konsumenten „immer mehr an, unter welchen Umständen unser Essen, unsere Kleidung, unser Auto und unser Handy weltweit produziert werden“, heißt es in dem 64-Seiten-Papier. Für die Politik bedeute dies, dass sie sich innerhalb der EU und auf internationaler Ebene dafür einsetzen müsse, „den gesellschaftlichen Wandel hin zu nachhaltigem Produktions- und Konsumverhalten zu fördern“.