Wulff spricht sich gegen Priesterzölibat aus

Berlin (DT/KNA) Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ist gegen die Verpflichtung katholischer Priester zur Ehelosigkeit. „Es gibt viele, die hervorragende Priester wären, sich den Anforderungen des Zölibats aber nicht gewachsen fühlen“, sagte Wulff der „Bild am Sonntag (BamS)“. „Auf sie sollte die Kirche nicht verzichten“, betonte der Kandidat für das Bundespräsidentenamt von Union und FDP. Er forderte zudem „eine stärkere Debatte über die Rolle der Frau und Ämter für Frauen“ in der katholischen Kirche. Zur Bedeutung der Religion für sein eigenes Leben sagte er: „Mir gibt der Glaube ein Wertegerüst, Orientierung, Bindung und das Vertrauen, dass da etwas über uns ist, dass es eine Letztverantwortung und eine Perspektive über den Tod hinaus gibt.“ Der Katholik Wulff ist wiederverheiratet geschieden. Er hat aus erster und zweiter Ehe jeweils ein Kind. In der Vorwoche äußerte sich der rot-grüne Präsidentschaftskandidat Gauck in der BamS zu seinem Glauben. Der ehemalige evangelische Pfarrer sagte, dass ihm der Glaube wichtig sei. ist „Denn trotz aller Zweifel, die ich im Leben hatte, hat er mich immer wieder stark gemacht.“ Im christlichen Glauben sei Jesus Christus der größte Näherungsbegriff zur Wirklichkeit Gottes. „In anderen Religionen mag es dafür andere Namen geben für diese geheimnisvolle letzte Kraft.“ Auf die Frage, ob er an ein Leben nach dem Tod glaube, sagte er: „Nein. Diese Vorstellung habe ich mir gemacht, als ich ein Kind war. Das war so, wie nach Hause kommen. Als ich älter wurde, musste ich studieren und wissen, konnte nicht nur wünschen und hoffen.“ Der parteilose Gauck ist Vater von vier Kindern und lebt getrennt von seiner Frau. Eine Heirat mit seiner jetzigen Beziehung schloss er gegenüber der BamS für einen späteren Zeitpunkt nicht aus.