Wie der Phönix aus der Asche

So soll auch Europa aus verlöschenden Zigaretten neu erstehen

Von Guido Horst

Und jetzt die demografische Wende! Was haben wir nicht gejammert über Kindermangel, Geburtenrückgang und die Tatsache, dass ein Arbeitnehmer über seine Steuern gleich elfhundert Rentner miternähren muss. Doch Brüssel wird es schon richten. Die Rettung naht. Für die Verbraucherschutz-Kommissarin Meglena Kuneva der Europäischen Union wird 2011 zum Epochejahr. Dann sollen in allen 27 Mitgliedsstaaten der Union nur noch solche Zigaretten zu haben sein, die innerhalb von einer Minute von selbst verlöschen, wenn der/die RaucherIn nicht mehr an ihr zieht. Die Chemie macht's möglich. Geschmacksneutrale Stoffe ersticken die Glut, wenn der entsprechende Durchzug fehlt. Allein in zwölf Staaten der Union, aus denen entsprechende Daten zu haben sind, sollen vor sich hin qualmende Glimmstengel pro Jahr elftausend Brände verursacht und über fünfzehnhundert Menschen das Leben gekostet haben – Menschen, die andernfalls heute noch in die Sozialkassen einzahlen würden. Rechnet man die übrigen Länder der Union hinzu, würde sich die Zahl der pro Jahr geretteten Beitragszahler um das Doppelte erhöhen! Drei schlappe Jahre heißt es noch durchzuhalten, dann füllen sich die menschenleeren Landstriche und vergreisenden Städte Europas wieder mit fröhlich zahlenden Bürgern. Der Pillenknick ist ausgeglichen, der Geburtenmangel fast wettgemacht. Letzte Nachricht aus Brüssel: In den Forschungslabors der Europäischen Union arbeitet man bereits an einer intelligenten Zigarette, die von ihr ausgelöste Brände selber löscht! Mit ihrer Einführung dürfte in zehn Jahren zu rechnen sein. Wer sagt's denn! Von daher war das jüngste Urteil der Karlsruher Verfassungsrichter zum Kneipenqualm von geradezu visionärer Kraft. Mögen uns die Raucher erhalten bleiben. An ihrem Wesen wird Europa noch genesen!