Weiter Streit um Luxemburgs Kirchenbesitz

Luxemburg (DT/KNA) Ein Vorstoß der Luxemburgischen Kirche zur Klärung offener Eigentumsfragen von Kirchengebäuden mit der Regierung ist gescheitert. Innenminister Dan Kersch hat die kirchlichen Reformvorschläge abgelehnt, auf die sich das Erzbistum Luxemburg und das Syndikat der Kirchenfabriken (Syfel), die Vertretung von 285 lokalen Gremien zur kirchlichen Vermögensverwaltung, Anfang März nach monatelangem innerkirchlichen Streit geeinigt hatten. „Wir haben alles versucht, um zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Dieser Versuch ist leider gescheitert“, sagte Generalvikar Leo Wagener am Mittwoch vor Journalisten. Damit ist weiterhin keine Einigung in der Frage in Sicht, wer künftig für den Unterhalt der rund 500 Kirchen und Kapellen aufkommen soll. Im vergangenen Jahr hatten sich die Kirchenleitung und der Innenminister auf die Schaffung eines Kirchenfonds geeinigt, dem die Gebäude weitgehend unterstellt werden sollen. Ziel war eine Entflechtung der Eigentumsverhältnisse, da die Kommunen bislang gesetzliche Verpflichtungen gegenüber den Kirchenfabriken haben. Gegen die Pläne regte sich heftiger Widerstand des Syfel, weil eine Überführung des örtlichen Kirchenbesitzes in den diözesanen Fonds eine Entmachtung der Kirchenfabriken bedeuten würde. Erst vor einer Woche kam es zu einem innerkirchlichen Kompromiss; das Syndikat hegte keine Einwände mehr gegen die Einrichtung des Kirchenfonds. Auch legte sich der kirchliche Widerstand gegen das Vorhaben des Innenministers, dass die Kommunen von ihren bestehenden gesetzlichen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Kirchenfabriken befreit werden sollen. Nach wie vor bestehen jedoch zwischen Erzbistum, Syfel und Regierung unterschiedliche Auffassungen über die konkrete Ausgestaltung des Fonds und in anderen Fragen.