Was andere Zeitungen schreiben: Kritischer Medienkonsum: Eine blühende Nation schaffen: Kampf um die Rechte der Kirche: Schlüssel zur Entwicklung

In Rom kommentiert der katholische „Avvenire“ die Botschaft des Papstes zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel:

Um am System der Medien teilzunehmen, müssen wir mehr sein als nur Käufer von Informationen. Wir müssen auch den bequemen Weg oberflächlicher Vereinfachung vermeiden, die die Tatsachen verdreht. Teilnahme an den Medien bedeutet Annahme der Vielschichtigkeit, die die Medien heute ausmachen und aus der sie hervorgehen. Sie bedeutet, das kritische Bewusstsein zu schärfen und das Lesen (Fernsehen, Radiohören, Surfen im Internet) als Tugendübung zu betrachten, die hilft, der Wirklichkeit ins Auge zu schauen, ohne uns von den Massenmedien einlullen zu lassen.

Wir brauchen einen Wandel der Strukturen und Konzepte, der nicht zerstört, sondern umwandelt, um aufzubauen. Das erfordert Mut und die Bereitschaft, den Komplex des armen und vom Ausland abhängigen Landes zu überwinden, die Lehrbücher hinter uns zu lassen, in denen „zwei plus zwei gleich fünf“ ist, ebenso wie den Fatalismus, nicht den Erwerb materieller Güter anzustreben. Wir müssen akzeptieren, dass Eigentum und persönlicher Reichtum kein Übel in sich, sondern natürliche Bestrebungen und Rechte sind, die, wenn sie gut geregelt sind, eine soziale Funktion besitzen und dem Gemeinwohl dienen. Auch wenn wir selbst es nicht mehr erleben, müssen wir uns entschließen, eine blühende Nation zu schaffen, die materiell und geistlich reich ist.

Die Kirche kann sich nicht aus der Sozialarbeit zurückziehen, ohne ihrem Wesen untreu zu werden und als irrelevant zu erscheinen. Sie muss um ihr Recht kämpfen, Dienste anzubieten, die mit den katholischen Grundsätzen übereinstimmen. Vielleicht wird sie nicht gewinnen, aber wenn katholische Adoptionsvermittlungsstellen geschlossen und den Kindern ihre Dienste versagt werden, dann sollte das für alle sichtbar durch die Regierung geschehen – und nicht durch die Kirche. Katholische Vermittlungsstellen ohne Rechtsprozess aufzugeben, kann schwere Auswirkungen haben auf das katholische Leben in diesem Land.

Bei uns klagen viele Berufsgruppen über die Arbeitsbedingungen, geringe Kaufkraft, mangelnde soziale Absicherung. Diese Probleme müssen echte Debatten auslösen, die Entscheidungsträger und Öffentlichkeit aufklären. Der Tag der Arbeit darf sich nicht auf Forderungen beschränken, sondern er muss ein Bewusstsein für die Bedeutung gut bezahlter und unter guten Bedingungen geleisteter Arbeit schaffen. Der Schlüssel zur Entwicklung liegt in einer Arbeit, die es dem Arbeitenden gestattet, sich zu entfalten.