Was andere Zeitungen schreiben: Irland leidet unter der „Sünde der klerikalen Arroganz“: Diskriminierung der Palästinenser in Jerusalem: Leichtgläubigkeit gehört zur menschlichen Natur

„The Irish Catholic“ (Dublin) fordert, die von Berichten über Kindesmissbrauch erschütterte Kirche müsse von Grund auf erneuert werden:

Ein Kollar macht aus einem Menschen noch keinen guten Administrator, noch keinen guten Manager, noch keinen guten Beschützer von Kindern und so weiter. Ist es nicht die Sünde der klerikalen Arroganz, die in erster Linie das ganze Durcheinander verursacht hat? Der Vatikan muss tatsächlich einschreiten und eine Kommission aus Laien und Klerikern einsetzen, die hilft, eine Erneuerung der Strukturen der Erzdiözese Dublin zu erarbeiten.

Die israelische Regierung will die Präsenz von Palästinensern im arabischen Ostteil Jerusalems, der vom jüdischen Staat 1967 annektiert wurde, begrenzen, um die eigene Souveränität über die Stadt abzusichern. Von den israelischen Behörden werden die Palästinenser Ost-Jerusalems schlicht als Bewohner des jüdischen Staates betrachtet, deren Rechtsstatus leicht revidiert werden kann. Ein Aufenthalt von sieben Jahren im Ausland oder die Annahme einer anderen Staatsbürgerschaft genügen, damit sie dieses Wohnrecht verlieren. Die Politik des Innenministeriums ist unnachgiebig. Im vergangenen Jahr haben 4 577 Palästinenser ihr Wohnrecht in Ost-Jerusalem verloren – eine Zahl, die stark im Steigen begriffen ist.

Die Menschen interessieren sich nicht so sehr für das Schicksal der Welt oder der Menschheit wie für die vor allem nahe Zukunft des Einzelnen. Das bringt sie dazu, Horoskopen zu vertrauen, und davon profitieren die Gauner, aber auch Vorhersagen, die von Finanzberatern und Wirtschaftsgurus mit ostentativer Selbstsicherheit ausgearbeitet werden, wobei sich letztere (vorausgesetzt, sie nehmen ihren Job ernst) mit einem recht zweifelhaften wissenschaftlichen Mäntelchen schmücken, aus dessen zahlreichen Löchern die Voraussetzungen von Krisen hervortreten, die viel verheerender sind als diejenigen, die wir den Magiern anlasten können. Es ist bezeichnend, dass der Papst in seiner jüngsten Rede die Wirtschaftswissenschaftler in die Nähe von Magiern gerückt hat. Die Leichtgläubigkeit scheint jedoch eine unausrottbare Komponente der menschlichen Natur zu sein, die auch gegen die offensichtlichsten Einwände unempfindlich ist: Wer den Magiern glaubt, wird sich

von den nachträglichen Gegenbeweisen nicht entmutigen lassen, daher sind die Anstrengungen, um die Unglaubwürdigkeit der Horoskope zu beweisen, gänzlich sinnlos, auch deshalb, weil die Leichtgläubigen dabei wirklichen Genuss empfinden wie die Glücksspieler und die Kokainsüchtigen. Umgekehrt hat derjenige, der daran nicht glaubt, keine Widerlegungen nötig.