Was andere Zeitungen schreiben: Einheit und Frieden in Korea: Nicht zu Bestien werden: Berlusconis Medienpolitik: „Würde“ ins Gegenteil verkehrt

In Seoul bringt „The Korea Times“ einen Nachruf auf den verstorbenen Ex-Staatspräsidenten und Friedensnobelpreisträger Kim Dae-jung:

Präsident Kim bekam als erster Südkoreaner den Friedensnobelpreis in Anerkennung seiner Bemühungen um nationale Versöhnung und Frieden und seines lebenslangen Einsatzes für die Demokratie. Er hat nicht nur Korea, sondern der ganzen Welt ein bleibendes Erbe hinterlassen. Wir verdanken ihm unendlich viel; er wird in unseren Herzen stets lebendig sein. Wir haben die Pflicht, sein Erbe zu pflegen und seinen Traum – nationale Einigung und wahre Demokratie – zu verwirklichen. Möge er in Frieden ruhen.

Wir müssen für die Lebensbedingungen der Tiere Sorge tragen. Aber das rechtfertigt nicht die Ausschreitungen dieser Tage. Sie schaden sogar der Sache. Der „grüne Terrorismus“ wird sich ebenso wenig durchsetzen wie der rote Terrorismus der 70er-Jahre, der sein Versagen eingestehen musste. Hinter den Gewaltakten muss die Suche nach einer besseren Welt spürbar werden, in der Mensch und Tier in Harmonie leben. Ja, es hat seinen Preis, die Welt neu zu ordnen. Die Gewaltakte einiger weniger machen es uns deutlich. Aber es gibt keinen Grund, zu Bestien zu werden.

Berlusconi hat seiner Partei den Namen „Volk der Freiheit“ gegeben, aber kein führender freiheitlicher Politiker hat sich jemals so geäußert wie er es kürzlich in einer Pressekonferenz tat (in der er die Journalisten der Repubblica als „Verbrecher“ bezeichnete): „Wir können es nicht mehr dulden, dass die Rai als einziger Fernsehsender der Welt mit dem Geld aller Bürger die Regierung attackiert. Die Rai soll der Öffentlichkeit dienen und weder die Regierung noch die Opposition attackieren.“ Was zählt, ist also das Geld derer, die die Journalisten bezahlen: ein gutes Beispiel für autoritäre Herrschaft über die Information, die im freiheitlichen Denken bisher unbekannt war.

Warum ist es würdevoller, eine tödliche Dosis einzunehmen, als eine Behinderung oder Krankheit tapfer bis zum Ende zu erdulden? Ist es weniger würdevoll, abhängig zu sein als autonom? Wenn ja, dann zeigt sich ein düsteres Bild von der Weise, wie wir viele unserer Mitmenschen betrachten: die Würde kommt aus der Geltung heraus. Auch „Mitleid“ wird oft als Grund angeführt, warum jemand sich das Leben nehmen sollte. Dabei wird seine wahre Bedeutung – „mit-leiden“ oder jemandem in seinem Leid beistehen – ins Gegenteil verkehrt. Für Christen ist das Vorbild des Mitleids Christus selbst: Er schenkt uns die schwierige Lehre, dass das Erdulden und das Teilen von Leid erlösend sein kann.