Was andere Zeitungen schreiben: Damoklesschwert über Kongo: Ausweitung der Staatsgewalt: Doppelte Maßstäbe: Übermaß an Aktivität ohne Wert

„La Semaine Africaine“, das Organ der kongolesischen Bischofskonferenz, sieht mit Sorge den kommenden Wahlen entgegen:

Wahlprobleme waren oft Ursache blutiger Bruderkriege im Land. Vom Umgang mit ihnen hängt der Frieden von morgen ab. Die lokalen Wahlen in diesem und die Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr hängen wie ein Damoklesschwert über dem Kongo. Es ist beunruhigend, dass zwischen den politisch Verantwortlichen kein Dialog stattfindet. Welches Schicksal steht uns bevor? Vom Verhalten der Politiker hängt alles ab.

Die Ehe zwischen Mann und Frau ist eine vor-politische, natürliche soziale Institution. Mann und Frau vereinigen sich, um Kinder zu zeugen, unabhängig von der Regierung. Die Pflicht, für diese Kinder zu sorgen, existiert auch ohne staatliche Ordnung. Die Ehe schützt die Kinder ebenso wie die Eltern in ihrem gemeinsamen Willen, diese Kinder aufzuziehen. Als Grundbaustein der Gesellschaft ist die Ehe stark genug, sich selbst zu erhalten, mit nur geringer Unterstützung durch den Staat. Die gleichgeschlechtliche „Ehe“ dagegen wird vom Staat geschaffen. Ihr Preis ist Toleranzminderung gegenüber anderen und Ausweitung der Staatsgewalt.

Wenn die Kirche etwas sagt zur Behandlung illegaler Einwanderer, zur Amnestie oder zur Intervention im Irak, muss man ihr zuhören. Spricht sie jedoch über Abtreibung oder Euthanasie, muss man diesen Angriff auf den laikalen Staat entschieden abwehren. Diese doppelten Maßstäbe werden angelegt, weil man nicht einsieht, dass es keine ethisch „neutralen“ Gesetze gibt, zu denen die Meinung der Kirche willkürlich ist, und andere, die so sehr mit moralischen Werten behaftet sind, dass auch die Kirche etwas dazu sagen darf. Die Behandlung illegaler Einwanderer und der Friedensschutz haben demnach moralischen Wert, nicht aber Abtreibung und Euthanasie, die zu den unantastbaren „Bürgerrechten“ und somit in die laikale Sphäre gehören. Das Recht der Kirche auf Meinungsäußerung im kulturellen und moralischen Bereich lässt sich jedoch nicht zweiteilen.

Die Aktionen müssen weiter ausgewertet, die tägliche Pastoralarbeit fortgesetzt und die neu entstandenen Wege genutzt werden, um neue Ziele zu erreichen. In Getafe hofft P. Gonzalo Pérez auf eine ruhigere Zeit nach soviel Missionsarbeit. Ein Übermaß an Aktivität ohne persönlichen Umgang mit den Jugendlichen und ohne tiefes Gebetsleben hätte keinen Wert.