Vatikan startet Bibeloffensive

Vatikanstadt (DT/KNA) Mit einer Bibel-Offensive will die katholische Kirche die Bedeutung der Heiligen Schrift für die eigenen Gläubigen, aber auch für ihren Kontakt zu den anderen Religionen und Kulturen aufwerten. Dabei wolle man besonders die Rolle der Bibel als Quelle für Freiheit und Frieden, für Gerechtigkeit, Menschenrechte und den Schutz alles Geschaffenen deutlich machen, heißt es im Arbeitspapier zur nächsten Weltbischofssynode, das am Donnerstag im Vatikan veröffentlicht wurde. Die XII. Ordentliche Generalversammlung der Synode steht vom 5. bis 26. Oktober unter dem Motto „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“.

Ausdrücklich warnt das Dokument vor einer fundamentalistischen Bibelinterpretation, die die geschichtliche Dimension der Offenbarung leugnet oder in eine engstirnige Wörtlichkeit flieht. Das Wort Gottes der ganzen Bibel müsse im Leben und der Sendung der Kirche den ersten Platz einnehmen. Letztlich richte sich das Heilswort Gottes an jeden Menschen. Aufgabe der Kirche sei es, dieses Wort allen Völkern als „gute Nachricht der Befreiung, des Trostes und des Heiles bekannt“ zu machen. Das müsse im Dialog innerhalb der Kirchen und mit den anderen Religionen geschehen.

Auf Basis einer Umfrage bei allen Bischofskonferenzen und Ordensgemeinschaften registriert die Synode in ihrem Vorbereitungspapier bei den Gläubigen zwar eine Vertrautheit mit der Bibel. Allerdings sei und bleibe deren Kenntnis oft nur oberflächlich oder gar verkürzt. Mit Nachdruck unterstreicht das Papier die Verbindung von Tradition, Schrift und Lehramt. Letztlich sei es Aufgabe des Lehramtes der Kirche, das Wort Gottes „verbindlich zu erklären“.