US-Luftangriffe: Bischof besorgt

Aleppo (DT/Fides) Die Luftangriffe gegen dschihadistische Stellungen in Syrien, die die Vereinigten Staaten zusammen mit den Streitkräften verschiedener arabischer Länder durchführen, wecken unter der Bevölkerung in Aleppo nicht nur positive Erwartungen, denn man befürchtet, dass „diese Art von externer Intervention zu einer Zuspitzung der Situation führen könnte“, so der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, zum Fidesdienst. „Die Menschen wissen nicht genau, was geschieht“, so der Erzbischof, „doch mit Sicherheit werden die Autoren der Luftangriffe nicht als ,Befreier‘ betrachtet. Doch es ist das Gefühl weit verbreitet, dass die Luftangriffe das Problem nicht lösen können, sondern vielmehr zu einer Zuspitzung führen. Die Unsicherheit der Menschen im Alltag wächst. Die Ungewissheit, angesichts derer sich Väter und Mütter jeden Tag fragen, ob es noch möglich ist, hierzubleiben oder ob der einzige Ausweg die Flucht ist”.

Unterdessen wurden in Aleppo die Schulen in den von der Regierung kontrollierten Teilen der Stadt wieder geöffnet. Die Vertreter der christlichen Kirchen und Gemeinden treffen sich einmal im Monat zu Beratungen über die Lage und die Koordinierung der Hilfsmaßnahmen. Die nächste Begegnung dieser Art ist für kommenden Samstag anberaumt: „Wir bleiben hier“, so Erzbischof Marayati, „und versuchen allen zu helfen, damit die Menschen hierbleiben und so lange dies möglich ist nicht weggehen. Wir haben nur zwei Stunden pro Tag Wasser und auf unsere Stadtviertel gehen jeden Tag Bomben nieder, Lebensmittel sind knapp und viele wandern aus. Doch es gibt auch Flüchtlinge und Vertriebene, die aus dem Libanon und der Küstenregion Lattakia zurückkehren, seit das Schuljahr wieder begonnen hat. Unsere einzige Aufgabe besteht in dieser Situation darin, dass wir versuchen, Keime der Hoffnung unter den Trümmern wachsen zu lassen.“