Tajani für mehr Investitionen der EU in Afrika

Berlin (DT/KNA) EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani fordert Milliardeninvestitionen in Afrika und den Aufbau sogenannter Flüchtlingsstädten. Ansonsten könnten aus Afrika in den nächsten zehn Jahren „10, 20 oder sogar 30 Millionen Einwanderer in die Europäische Union kommen“, sagte er im Interview mit der Zeitung „Die Welt“ (Mittwoch). Die Krisen in Nordafrika, aber auch Dürrekatastrophen, Armut, Bürgerkriege und Terrorismus durch Boko Haram und andere Extremisten hätten direkte Auswirkungen auf die EU und würden zur wachsenden Gefahr, warnte Tajani: Der IS versuche, Terroristen unter die Flüchtlinge zu mischen. Sie erklären ihnen, dass es doch ganz leicht sei, mit einem Messer oder einem Auto in europäischen Städten zuzuschlagen.“ Daher sei ein „Qualitätssprung im Kampf gegen den Terrorismus“ nötig. Unter anderem spricht sich Tajani dafür aus, Auffanglager für Flüchtlinge zu errichten unter dem Schutz der Vereinten Nationen und europäischer Streitkräfte: „Ich stelle mir provisorische Städte vor mit Krankenhäusern und Einrichtungen für Kinder, wo die Menschen vorübergehend leben können.“ Man müsse so verhindern, „dass die Migranten in die Fänge der Menschenhändler geraten und bei der Reise durch die Wüste oder über das Mittelmeer sterben“. „Europa sollte Milliarden investieren und eine Langzeitstrategie entwickeln“, forderte Tajani, der im Januar zum Nachfolger von Martin Schulz gewählt worden war. Europa sei für ihn „nicht der Euro, sondern unsere gemeinsame Zivilisation“. Europa sei zudem „unsere Sprache und die Tatsache, dass ich frei eine Meinung äußern kann. Es ist auch unser christliches Fundament. Egal wo ich bin – ob in Berlin, Stockholm oder Lissabon –, ich finde überall eine Kirche.“