Solidarität zeigen

Sie wird oft ausgesprochen, doch die bittere Ahnung, dass es stets die Ärmsten trifft, hat sich in Haiti auf eine Weise bewahrheitet, die dramatischer kaum sein könnte. So rechnet das Rote Kreuz nach dem Erdbeben Anfang dieser Woche bis zu 50 000 Toten. Die Straßen der Hauptstadt Port-au-Prince sind nach Angaben US-amerikanischer Medien übersät mit Leichen. Ihre Bergung ist zurzeit eines der größten Probleme.

Von den Überlebenden der Katastrophe werden die Toten aus Wut und Verzweiflung zu bizarren Straßensperren aufgehäuft. An einen schnellen Abtransport ist nicht zu denken, da internationale Helfer zwar unterwegs sind, aber nicht zum Einsatz kommen, weil ihren Maschinen die Landung auf dem völlig überlasteten Flughafen verwehrt wird. Bei tropischem Klima mit mehr als 25 Grad droht nun der Ausbruch nun Seuchen.

Immer wieder scheint es gerade Haiti zu treffen. Wirbelstürme und Überschwemmungen suchen das Land seit Jahren in schlimmer Regelmäßigkeit heim. Und neben dem vielfachen Tod wird immer wieder selbst das Wenige zerstört, das die Menschen sich seit der letzten Naturkatastrophe aufgebaut haben.

Für uns Christen ist die Katastrophe in Haiti aber vor allem eines: Aufruf zu Mitgefühl und Solidarität mit den Opfern, darunter zahlreiche Katholiken, etwa der verstorbene Erzbischof von Port-au-Prince, Joseph Serge Miot. Mitgefühl und Solidarität – beides kann auf ganz unterschiedliche Weise zum Ausdruck kommen.

Ganz wichtig ist das Gebet für die Toten und Überlebenden. Ebenso dringend benötigt wird finanzielle Hilfe. So bitten alle großen katholischen Hilfswerke um Spenden für Haiti. Bistümer haben Soforthilfen angekündigt. Kirche in Not zum Beispiel unterstützt Haiti mit 70 000 Dollar. Adveniat hilft mit 20 000 Euro. Misereor, die Malteser und zahlreiche Hilfswerke bitten um Spenden. Wer diese Werke unterstützt, beweist christliche Solidarität und hilft jenen Armen und Notleidenden, deren Welt zusammengebrochen ist. mg