Dresden

Sachsens Bischöfe: Unterschiedliche politische Haltungen achten

In einer gemeinsamen Erklärung mahnen der katholische Bischof von Dresden-Meißen und der evangelische sächsische Landesbischof Sachsens Politiker, ihre Verantwortung gegenüber allen Bürgern wahrzunehmen und den Wählerwillen zu respektieren.

Landtagswahl Sachsen: Bischöfe mahnen zu Respekt
„Fairness und Toleranz sind Tugenden, die unsere Gesellschaft – auch jetzt – braucht“, schreiben Bischof Timmerevers und Bischof Renzing. Foto: Jan Woitas (dpa)

Nach der Landtagswahl in Sachsen haben der katholische Bischof von Dresden-Meißen und der evangelische sächsische Landesbischof zu einer verantwortungsvollen Politik aufgerufen. „Egal ob künftig in der Regierung oder als Opposition: Nehmen Sie Ihre Verantwortung gegenüber allen Menschen wahr“,  schreiben Bischof Heinrich Timmerevers und Landesbischof Carsten Renzing in einer gemeinsamen Erklärung. Es gelte, den Wählerwillen zu achten und unterschiedliche politische Überzeugungen zu respektieren. „Fairness und Toleranz sind Tugenden, die unsere Gesellschaft – auch jetzt – braucht“.

"Demokratie ist immer auch Streit um die
besseren Ideen. Alle Anstrengungen mögen
einem wachsenden gesellschaftlichen
Zusammenhalt dienen"
Bischof Timmerevers und Bischof Renzing

Man sei „froh und dankbar“, dass es freie, demokratische und unabhängige Wahlen gebe, erklären die Bischöfe weiter und betonen, dass die sächsischen Bürger selbst jene Freiheit vor 30 Jahren in der Friedlichen Revolution erkämpft hätten. Gleichzeitig appellieren Timmerevers und Renzing an alle Gewählten, eine verantwortliche Politik „für die Menschen“ zu gestalten. Dazu gehörten Sacharbeit, politischer Diskurs, gemeinsamer Austausch und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. „Demokratie ist immer auch Streit um die besseren Ideen. Alle Anstrengungen mögen einem wachsenden gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen.“

In ihrer gemeinsamen Erklärung ermutigen die beiden Bischöfe zudem alle Bürger Sachsens, die Bereitschaft für ein gelingendes Miteinander fortzusetzen. „Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten und bringen Sie sich ein. Weder die Freiheit noch die Verantwortung enden mit dem heutigen Tag bis zur kommenden Wahl.“ Die Demokratie brauche Menschen, die sie aus Überzeugung und mit großer Lebendigkeit gestalteten.

CDU trotz deutlicher Verlust stärkste Kraft

Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag war die CDU trotz deutlicher Verluste mit 32,1 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Hinter den Christdemokraten folgte die AfD mit 27,5 Prozent. Die Linke kam auf 10,4 Prozent, die Grünen verzeichneten mit 8,6 Prozent leichte Zugewinne. Massive Verluste musste die SPD hinnehmen. Die Sozialdemokraten erzielten nur 7,7 Prozent. Die FDP verpasste mit 4,5 Prozent den Einzug in den sächsischen Landtag.

DT/mlu

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