Pressestimmen vom 28.03.2018

Er liebte seine Arbeit bei der Gendarmerie, die Geschichte Frankreichs und seine christlichen Wurzeln, die er durch seine Konversion kennengelernt hatte. Polizist zu sein bedeutete für ihn, Menschen zu beschützen. Nur das, was wir in dieser Woche feiern, kann uns helfen, die Geste von Arnaud Beltrame bis ins Letzte zu verstehen, denn er ahmt darin Jesus nach, den Unschuldigen, der den Tod auf sich genommen hat, um uns alle zu retten. Nur in der Nachfolge Jesu konnte er sich seine Worte zu eigen machen: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ Dieser Mann, den wir nicht kennen, gibt uns das wahre Bild eines Europas zurück, für das es sich lohnt zu arbeiten und zu leiden. Nur ein christlicher Glaube, der von der Liebe beseelt ist, kann dieses übermenschliche Opfer erklären, das er auf sich genommen hat. Dieser Glaube und diese Liebe haben über Jahrhunderte hinweg den europäischen Boden gepflügt und Europa zu einem Leuchtfeuer für die Welt gemacht. Obwohl Arnaud in einem Umfeld aufgewachsen ist, das dieser Geschichte kühl gegenübersteht, wird sie durch ihn (und durch viele andere) wieder lebendig und zum entscheidenden Faktor für die Gegenwart.

Weder die konservative Partei noch die Londoner Medien haben dem entscheidenden Faktor im Brexit-Prozess genügend Aufmerksamkeit geschenkt: der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland. Alle stimmen überein, dass es dort keine sichtbare Grenze geben sollte. Daher darf es in beide Richtungen keine Zölle geben und müssen Güter, wie etwa Lebensmittel, gemeinsamen Richtlinien unterworfen sein. Unter diesen Voraussetzungen werden Kontrollen, bürokratischer Aufwand und Kosten auf beiden Seiten nicht notwendig sein. Was London bisher übersehen hat, ist die Tatsache, dass die Entscheidung darüber, welche Regelungen annehmbar sind, in Dublin getroffen werden müssen, mit voller Unterstützung durch Brüssel. Egal wie vernünftig die Vorschläge aus London für London klingen: Die Regierung der Republik Irland muss überzeugt sein, und sie kann einfach „Nein“ sagen. Das Vereinigte Königreich hat dann keine andere Wahl, als sich den Regeln des gemeinsamen Marktes und der Zollunion zu unterstellen, da die einzige Alternative dazu eine harte Grenze zwischen Nord- und Südirland wäre.

Wenn die gegenwärtigen Tendenzen anhalten, wird es im Jahr 2040 mehr Priester in traditionalistischen Orden geben als in den Diözesen und anderen Orden zusammen. P. René Dinklo, Provinzial der Holländischen Provinz der Dominikaner, hat gesagt: „Uns stehen tiefgreifende Veränderungen bevor“, denn die jungen Menschen wollen „viele religiöse Bräuche, Rituale, Gesangs- und Gebetsformen wiederentdecken, die die ältere Generation beseitigt hat. Diese liturgische Erweckung ist nur der sichtbare Ausdruck der Annahme von Tradition und Dogma auf breiterer Ebene. Junge Menschen wollen das rettende Wort Christi, das man in gesunder Lehre und feierlichem Gottesdienst findet. Wenn sie um Brot bitten, darf man ihnen keinen Stein geben. Aber egal, was die Jugendlichen wirklich wollen: Keine Jugendversammlung, so repräsentativ oder fromm sie auch sein mag, kann einer Kirche helfen, die erst eine Zielgruppe befragen muss, bevor sie in der Lage ist zu predigen. Heute (..) lässt sich unschwer erkennen, dass „die Zeichen der Zeit lesen“ bedeutet, eine Nabelschau zu halten, während „Dialog und Begegnung“ die Stimme eines einsamen Rufers in leeren Kirchen ist. Wir müssen die Theologie wieder vor die Anthropologie stellen und fragen, was unser Herr will, bevor wir die öffentliche Meinung befragen. Unsere Begegnung, unser Gespräch muss mit Ihm stattfinden.

Ich kann mich nur dann als Freund Jesu bezeichnen, wenn ich den Mut habe, in vorderster Front jedes Unrecht, jeden unschuldigen Tod zu bekämpfen. Wenn ich mich hinterfragen lasse von dem Schmerz, dem ich begegne, wenn ich mich wirklich in die Lage des anderen versetzen kann. Nur so hat die Ergriffenheit einen Sinn, die ich verspüre, wenn ich an das Leiden und den Tod Jesu denke. Ich sehe die unendliche, wahre Liebe eines Gottes, der geschlagen und in seiner Menschlichkeit erniedrigt wird.