Presse: Unvorstellbare Verwüstung

Auf den Philippinen trauert „Manila Times“ um die zahllosen Opfer des Taifuns:

Das ganze Land war vor Haiyan gewarnt, aber die betroffenen Gebiete haben zum ersten Mal einen Sturm von solchen Ausmaßen erlebt wie den, der Tacloban verwüstet hat. Hätten wir gewusst, dass ein Sturm so verheerend sein kann, dann hätten alle Menschen in den Provinzen Leyte und Samar zwangsevakuiert werden sollen. O Haiyan, was hast du nur angerichtet! Es ist schwer, sich vorzustellen, wie lange es dauern wird, um Leyte und Samar wieder aufzurichten. Wenn alle mithelfen, kann es gelingen!

Wahre Enzyklika

Der „Catholic Herald“ (London) kommentiert das Bild von Papst Franziskus mit dem von Geschwüren entstellten Mann:

Das Bild von Papst Franziskus, der einen Mann mit entstelltem Gesicht umarmt und küsst, ist um die Welt gegangen. Es kann als die erste wahre Enzyklika des Papstes betrachtet werden: als „Botschaft“ des Heiligen Vaters an alle Bischöfe und ihre Herden. Dieses Bild enthält den gesamten Grundtenor, den Franziskus der Weltkirche geben will. Seine Heiligkeit will, dass alle Katholiken, wenn es um den Papst geht, an das Wort „Hirte“ denken.

Traurige Trivialität

Der Mailänder „Corriere della Sera“ übt harte Kritik an Berlusconis Juden-Vergleich:

Wenn man im Jüdischen Museum in Berlin den Zickzacklinien der Architektur von Daniel Libeskind folgt, gerät man plötzlich ins Leere: ein Einschnitt in den Zement, der 20 Meter hoch in den Himmel ragt. Man hat das Gefühl physischer Beklemmung, als wäre diese Leere wirklich der Abgrund, der sich durch den Tod von sechs Millionen Juden mitten in Europa geöffnet hat. Dasselbe Schwindelgefühl überkommt einen beim Lesen des unglaublichen Vergleichs, den Berlusconi zwischen der Lage seiner Kinder und der der Juden unter dem Naziregime gezogen hat. Ganz egal, ob er „aus dem Zusammenhang gerissen“ oder „instrumentalisiert“ wurde, wie sein Urheber behauptet. Angesichts der Erinnerung an die Kinder eines Volkes, die ihrer Menschenwürde und ihres Lebens beraubt wurden, bleibt der Vergleich trivial.

Nicht nur die Todesstrafe bekämpfen

„Our Sunday Visitor“ (USA) fordert mehr Einsatz der EU für den Lebensschutz:

Während Länder wie Belgien und die Niederlande im Bereich der Euthanasie führend sind, setzt sich die Europäische Union paradoxerweise dafür ein, den Verkauf von Betäubungsmitteln in die Vereinigten Staaten zu beschränken, aus Furcht, sie würden für den Drogencocktail bei der Vollstreckung der Todesstrafe verwendet. Obwohl das Betäubungsmittel, um das es geht – das in Deutschland hergestellte Propofol – nie bei einer Exekution eingesetzt wurde, macht sich die Europäische Union Sorgen, dass es eingesetzt werden könnte. Würde sich die Europäischen Union auch über die Todesstrafe hinaus für den Lebensschutz einsetzen, dann wäre der erste Schritt getan, um Gott wieder in die Gleichung zurückzubringen.