Presse: Schottlands „bewusste Entpaarung“

In London warnt The Daily Telegraph vor den Folgen einer Abspaltung Schottlands:

Es wäre keine Trennung auf Zeit, sondern eine Scheidung. Es gibt keine Unterhaltszahlungen in Form einer gemeinsamen Währung, sondern nur einen Sorgerechtskampf um Atom-U-Boote und Staatsschulden. Wenn Schottland die Unabhängigkeit wählt, dann werden Salmond und Cameron einander am Freitagvormittag freundschaftliche Beziehungen versprechen müssen – eine „bewusste Entpaarung“ a la Gwyneth Paltrow und Chris Martin auf geopolitischer Ebene.

Friedensprozess nicht ohne Minderheiten

Die Pariser Wochenzeitung „France Catholique“ drängt mit Blick auf die Lage der Christen im Nahen Osten auf internationales Handeln:

Außer um die Sicherheit geht es um die Zukunft. Man kann keine Macht zerstören, ohne sich zu fragen, was an ihre Stelle treten soll. Dies kann nicht ohne die betroffene Bevölkerung geschehen. Internationale Initiativen müssen endlich dauerhafte Lösungen herbeiführen, die sehr transparent sein müssen, um nicht das Gefühl zu vermitteln, dass das Erdöl alles regiert. Die Lage der Minderheiten muss gefestigt werden, auch für den Friedensprozess; auf der Grundlage eines ideologischen Nationalismus der Mehrheiten ist dies nicht möglich. Ein Jahrhundert nach dem Völkermord an den christlichen Armeniern in der Türkei erleben wir einen neuen Völkermord.

Keine bereits entschiedene Schachpartie

Vor der Bischofssynode für die Familie schreibt die Mailänder Zeitung „Avvenire“:

Auch die Beiträge der 13 Ehepaare aus aller Welt – darunter Ehepaare aus Kriegsgebieten – müssen berücksichtigt werden. Wenngleich sie als Auditoren bei der Synode keine Neuheit darstellen (bei der letzten Ordentlichen Synode über die Familie, die 1980 unter Johannes Paul II. stattfand, waren es 16), ist die Zahl der teilnehmenden Paare in einer Außerordentlichen Bischofssynode wie der jetzigen gewiss beachtlich. Es handelt sich also keinesfalls um eine Schachpartie, die bereits entschieden ist. Universaler Geist, Lehre, Disziplin, aber auch Aufrichtigkeit in der Auseinandersetzung mit der Realität sind die Voraussetzungen. Und vor allem das eine höhere Gesetz als Mittel zur Orientierung (das nicht nur der Zweck der gesamten kirchenrechtlichen Ordnung ist, sondern der Kirche selbst). Es ist dasselbe wie immer: die „salus animarum“ – das Seelenheil.

2014 ist 1984

Die katholische Zeitung „The Wanderer“ übt harte Kritik an der US-Regierung:

Sowohl auf lokaler als auch auf nationaler Ebene leben wir unter Regierungen, die lieber herrschen als dienen, uns die Wahrheit verschweigen und Gesetze in Kraft gesetzt haben, die den Anschein erwecken, dass ihr Verhalten rechtmäßig sei. Als Orwell 1949 sein Werk „1984“ schrieb, prophezeite er all dies: geheime Folter, unablässige Kriegführung, ständige Spionage und Furcht vor der Regierung. Seine Vorhersagen waren auf den Punkt genau – er hat sich lediglich um 30 Jahre geirrt.