Presse: Liebe und Achtung besiegt Krieg und Hass

Zu den Anschlägen in Nigeria schreibt die katholische Tageszeitung „La Croix“ (Paris):

Die Terroristen werden siegen, wenn Religion grundsätzlich mit denen in Verbindung gebracht wird, die Krieg und Hass schüren, wenn Gläubige unterschiedlicher Religionen einander bekämpfen. Sie werden besiegt werden, wenn Gläubige in aller Welt einander annehmen und anderen das Recht zuerkennen, zu glauben oder nicht zu glauben und ihren Glauben frei zu leben, persönlich und als Gemeinschaft.

Interreligiöser Dialog bedarf der Identität

„Asia News“, das Internetportal des Päpstlichen Missionswerkes, beklagt den zwiespältigen Umgang Europas mit Religion:

In Europa wird die heimische Religion – das Christentum – abgelehnt, und das bringt die Europäer in einen Zwiespalt gegenüber den anderen Religionen der Welt. Oft bevorzugen die Regierungen fremde Religionen und unterdrücken die eigene. Wenn Frankreich seine katholische Identität leugnet, dann kann es anderen Religionen nicht gegenübertreten. Es herrscht ein Zwiespalt: von der Säkularisierung der christlichen Feste bis hin zur Achtung aller Religionen – außer dem Christentum.

Macht kann nicht Hoffnungsträger sein

Im Tessin hält die katholische Zeitung „Giornale del Popolo“ Rückschau auf die Machtumstürze im Jahr 2011:

Keine Macht (auch keine „gute“ oder „demokratische“ Macht) kann das wahre Bedürfnis der Menschen nach Freiheit, Gerechtigkeit und Glück erfüllen. Wenn sie – offen oder unterschwellig – diesen Anspruch stellt, indem sie Freiräume verschließt, dann entzündet sich im Herzen die Rebellion. Natürlich bedarf es einer Autorität, die das menschliche Zusammenleben regelt. Es ist aber nicht menschlich, die Hoffnung auf etwas zu setzen, das diese Hoffnung nicht erfüllen kann. Nicht zufällig fürchten Machthaber am meisten den religiösen Menschen – den Menschen, der nach Glückseligkeit strebt und dessen Gewissen keiner Ideologie unterworfen ist. Auch wir, die Bürger einer der reichsten demokratischen Gesellschaften der Welt, sollten uns daran erinnern, worin die wahre Größe des Menschen besteht.

Bitteres Weihnachtsfest

Die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ erinnert Italien angesichts der Krise an sein großes Potenzial:

Dies ist das bitterste Weihnachtsfest der letzten Jahre. Viele haben ihr Unternehmen oder ihren Arbeitsplatz verloren; viele müssen auf liebe Gewohnheiten oder rechtmäßige Erwartungen verzichten. Man braucht nur durch die Straßen einer x-beliebigen italienischen Stadt zu gehen und jenen folgen, die keine ihrem Geldbeutel angemessenen Geschenke finden. Aber es gibt ein Geschenk, das wir alle einander machen können, einen Schatz am Boden der Krise. Es liegt nicht im Schaufenster und lässt sich nicht einpacken, aber das mindert den Wert nicht: das Vertrauen in uns selbst, in das enorme Potenzial an Kultur, Arbeit und Entwicklung in unserem Land, das in schwierigen, wenn nicht sogar dramatischen Augenblicken hervortritt.