Presse: Kindesmisshandlung: soziales Übel

Die jesuitische Wochenschrift „America Magazine“ beklagt Streichungen bei Schutzprogrammen für Kinder:

Genaue Zahlen zum Problem der Gewalt gegen Kinder sind nur ein Ausgangspunkt. Es ist jedoch schwierig, Schutzprogramme zu fördern, wenn das Ausmaß der Krise unbekannt ist. Es ist ein abscheuliches Verbrechen, wenn Eltern ihre Kinder misshandeln oder vernachlässigen. Aber ebenso ist es eine Schande, aufgrund einer Wirtschaftsflaute ein soziales Übel wuchern zu lassen, weil die breite Öffentlichkeit lieber ideologische Auseinandersetzungen führt, als die Verantwortung für den Schutz unschuldiger und wehrloser Kinder zu übernehmen.

Extremismus: Zukunft des Nahen Ostens?

Die Mailänder Wochenzeitung „L‘Espresso“ hält diplomatische Bemühungen im Nahen Osten für gescheitert:

Die gemeinsamen Interessen von Washington und Jerusalem sind mit Bush und Olmert zu Ende gegangen. Zwischen Netanjahu und Obama herrscht Misstrauen. Das macht die Bemühungen der amerikanischen Diplomatie um eine Wiederbelebung des Friedensprozesses unglaubwürdig. Im Nahen Osten scheint die Zukunft mehr denn je den Extremisten zu gehören.

Instrumentalisierung der Religion

Im Tessin hebt die katholische Wochenzeitung „Giornale del Popolo“ das Leiden aller Religionen unter Gewaltakten hervor:

Islamistischen Attentätern fallen viele Muslime zum Opfer. Es ist kein Religionskrieg, sondern ein Krieg jener, die die Religion instrumentalisieren. Aufgrund des Blasphemie-Gesetzes in Pakistan sitzen nicht nur Christen, sondern auch Muslime und Hindus, vor allem Frauen, in den Gefängnissen. Der Papst hat sich gegen die Instrumentalisierung der Religion und die Angriffe gegen das friedliche Miteinander verschiedener Religionen gewandt – nicht nur mit Worten, sondern auch durch die Begegnung in Assisi. Zur Zeit des Kommunismus haben im Sowjetblock Menschen unterschiedlicher Religionen und Konfessionen, vor allem Christen, schwer gelitten. Durch sie haben Keimzellen der Freiheit überlebt, die dann Früchte getragen haben. Geschieht heute in anderen Teilen der Welt dasselbe? Wir dürfen kein Benzin auf das Feuer eines angeblichen Religionskrieges gießen.

Kirche: Ort der Stille und des Gebets

Die Zeitung „The Irish Catholic“ (Dublin) mahnt zu mehr Stille in den Kirchen:

Seit einigen Jahren wird in unseren Kirchen vor und nach der Messe laut geschwatzt. Eine etwas naive Theologie, die sich gern als fortschrittlich rühmt, begrüßt dies: die Kirche sei Versammlungsort. Es gibt viele Orte, an denen man reden kann. Dagegen gibt es nur wenige Orte der heiligen Stille, wo man mit seinem Schöpfer reden kann. Thomas Merton schrieb: „Möge es stets stille, dunkle Kirchen geben, in denen die Menschen Zuflucht finden, die erfüllt sind mit Gottes stiller Gegenwart. Dort können auch jene, die nicht wissen, wie sie beten sollen, still sein und ruhig atmen.“ Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen in unseren Kirchen die Stille finden, die sie suchen.