Presse: Keine Revolution der Ehelehre

In Washington D.C. kommentiert die Monatszeitung „The American Spectator“ die Debatten um die katholische Ehelehre:

Müssen konservative Katholiken sich Sorgen machen? Ist Franziskus im Begriff, die Position der Kirche über Sexualität und Ehe zu ändern? Nein, das ist er nicht. Zunächst einmal kann Franziskus das nicht. Die katholische Ehelehre gehört zum Gefüge eines Verständnisses von menschlichen und geistlichen Beziehungen, das seit 2000 Jahren besteht und das durch die Theologie des Leibes Johannes Pauls II. noch weiter vertieft wurde. Es hat einen biologischen und theologischen Unterbau, von dessen Reichtum sich jene, die die Lehre der Kirche nicht kennen, kaum eine Vorstellung machen. Chesterton sagte: Die katholische Kirche ist das Einzige, das den Menschen davon abhält, ein Kind seiner Zeit zu sein. Die Kirche ändert nicht plötzlich eine 2000 Jahre alte Position, nur weil Obama und die Demokraten dies getan haben. Und Franziskus sieht sich selbst als Hirten, der der Kirche dient, nicht als Diktator oder Revolutionär.

Ideologie in religiösem Gewand

Die Pariser Tageszeitung „La Croix“ ruft die Muslime auf, sich mit der Instrumentalisierung ihres Glaubens auseinanderzusetzen:

Der Dschihadismus ist eine atheistische Ideologie in religiösem Gewand, die rein menschliche Anmaßung, eine perfekte Gesellschaft zu errichten, auch auf die Gefahr hin, durch grausame Gewalt das Elend zu vergrößern. Das Neue gegenüber den Totalitarismen des 20. Jahrhunderts ist, dass der Dschihadismus den Islam instrumentalisiert – zum Leidwesen der Muslime selbst. Sie müssen über diese Auswüchse nachdenken, wenn sie sich zu ihrer Tradition bekennen.

Nicht mit Wellness-Spiritualität abspeisen

„The Irish Catholic“ (Dublin) fordert die Gläubigen auf, sich für eine missionarische Kirche einzusetzen:

Oft wurden Katholiken mit einer „Wellness“-Spiritualität abgespeist. Der Glaube an Christus wurde zur Kuscheldecke. Wer diese nicht brauchte, wandte sich ab. Die Kirche wurde zur Vorkämpferin für soziale Gerechtigkeit statt zu einem Weg, der zu einer engen Beziehung zu Christus führt. Ohne den Glauben an Christus ist die Kirche nicht mehr als eine „wohltätige NGO“, warnte Franziskus in seiner ersten Predigt als Papst. Was kann man tun? Man muss Franziskus' Aufruf an die Kirche, missionarisch zu sein, die Selbstbezogenheit aufzugeben ernstnehmen. Nur eine missionarische Kirche, die im Gebet verankert, Christus treu ist und auf die Botschaft des Evangeliums und die Gegenwart Christi in der Kirche vertraut, kann die Gesellschaft verändern.

Aufschrei des Gewissens

Die Mailänder Tageszeitung „Il Corriere della Sera“ mahnt angesichts der Ermordung von 28 Personen durch Terrormilizen in Kenia zur Solidarität gegen die Gewalt:

Sinnlose terroristische Gewalt macht die Welt immer unsicherer und das Leben in einigen Regionen unerträglich. Es muss einen Aufschrei des Gewissens geben: Muslime, Christen, Laien, Menschen mit menschlichen Gefühlen… wir dürfen uns nicht von dieser Gewalt einschüchtern lassen und uns nicht an sie gewöhnen.