Presse: Kein Kult der Exekutionen

In Sydney mahnt der „Catholic Weekly“ gegen Aufrufe zur Wiedereinführung der Todesstrafe gegen den Terrorismus:

Der Ruf nach staatlich verordneter Gewalt durch die Wiedereinführung der Todesstrafe hilft niemandem und würde uns genau dahinführen, wohin wir nicht gelangen wollen. Starke Führungspersönlichkeiten halten Druck aus, orientieren sich an Fakten und geraten nie in die Falle, gefährlichen Feinden das zu geben, was sie haben wollen. Wir wollen unserer Kultur treu bleiben und uns dem Kult der Exekutionen, dem die Terroristen anhängen, verweigern.

Sinn des Weihnachtsfestes vertiefen

Die Pariser Tageszeitung „La Croix“ schreibt zum Weihnachtsfest angesichts der Bedrohungen durch den Terror:

Die Bedrohung, die sich nie völlig ausschließen lässt, lädt dazu ein, den Sinn des Weihnachtsfestes zu vertiefen. Durch seine Menschwerdung tritt Gott in die Zeit ein und schenkt der menschlichen Geschichte – in der Berechnung oder Unentschlossenheit häufig das Gefühl der Unsicherheit verstärken statt es zu lindern – einen ruhenden Pol. Indem Gott Mensch geworden ist, hat er teil an unserer Schwachheit. Er fordert uns auf, sie als Teil unserer menschlichen Natur zu lieben und anzunehmen. Das ist die tiefere Botschaft, die uns das Kind in der Krippe schenkt.

Alterseinsamkeit bricht das Herz

Der „Catholic Herald“ verweist auf das Problem der Einsamkeit alter Menschen:

Selbst wenn man weiß, dass die Isolierung älterer Menschen in Großbritannien ein Problem ist, so brechen einem die Statistiken trotzdem das Herz. Zwei Millionen Menschen über 75 Jahren bei uns leben allein. Über eine Million älterer Briten gaben an, sie hätten seit über einem Monat mit keinem Bekannten gesprochen. 375 000 Menschen über 75 sind zu Weihnachten allein, und über die Hälfte von ihnen ist traurig darüber. Das Tragischte ist vielleicht, dass 80 Prozent der einsamen Menschen über 85 sagen, dass sie ihren Kindern nichts von ihren Gefühlen erzählen würden.

Gegen Gleichgültigkeit kämpfen

„Asia News“, das Internetportal des Päpstlichen Missionswerkes, ruft angesichts des Kampfes gegen den Islamischen Staat den Westen zum Umdenken auf:

Was nützt es, den Islamischen Staat zu bombardieren, wenn man sich nicht für die Integration von Sunniten, Schiiten und Christen in der syrischen und irakischen Gesellschaft einsetzt? Was nützt es, ganze Städte zu bombardieren, um einen Feind zu treffen, der mit Waffen ausgerüstet ist, die vom Westen oder mit ihm befreundeten Staaten wie Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder der Türkei geliefert werden? Was nützt es, sich im Westen vor Migranten zu schützen, wenn hier ein demografischer Winter herrscht, in dem Kinder als Luxusgut eigener Freiheit und Autonomie statt als Frucht der Liebe und als Geschenk an die Gesellschaft gelten? Wenn wir nicht zu einem gemeinsamen Tun und Denken gelangen, dann führt unser Antagonismus gegen den Islamischen Staat uns nur in einen Sumpf aus Selbstzufriedenheit und Gleichgültigkeit.