Presse: Islamismus lauert in Libyen

Die katholische Zeitung „Il Giornale del Popolo“ warnt nach dem Sturz von Gaddafi:

Im Hintergrund der libyschen Revolution lauert der Schatten des islamischen Fundamentalismus, von El-Kaida, all jener Organisationen, die das Chaos nutzen, um Anhänger zu gewinnen, vor allem nach dem Niedergang der Hoffnungen derer, die mit dem Umsturz des Despoten die Freiheit am Horizont aufziehen sahen. Gerade die traditionsbewusste und religiöse Kyrenaika ist stark gefährdet: Nichts weckt Ressentiments und den Ruf nach einem moralischen Anführer mehr als eine verratene Revolution. Die Dschihadisten, die Salafisten und auch die Muslimbrüder warten nur darauf.

Kuba: Versöhnung dringend notwendig

In Managua mahnt die jesuitische Wochenzeitung „Envío“ zur Versöhnung:

Über die Hälfte derer, die heute zur Kirche gehen, taten dies die meiste Zeit ihres Lebens nicht. Die meisten kehren mit starken Schuldgefühlen zurück. Eine Frau erzählt, dass sie viele Jahre lang von einer Nachbarin, die dem „Ausschuss zum Schutz der Revolution“ angehörte, beleidigt und schikaniert wurde, weil sie zur Messe ging. Heute sitzen sie zusammen auf der Kirchenbank, haben aber nie darüber gesprochen, und beide tragen eine unverheilte Wunde. Beide wissen, dass Versöhnung dringend notwendig ist. Sie ist notwendig für die ganze kubanische Gesellschaft – sicher die am meisten verwundete und zerschlagene auf einem Kontinent, der von wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Abgründen, Brüchen und Spaltungen durchzogen ist.

Steuervorteile abschaffen zur Hilfe Armer

Die Tageszeitung „La Croix“ (Paris) schreibt zur wirtschaftlichen Lage des Landes:

Ein weiteres Argument für eine Revision der Steuervorteile: Mit den gewonnenen Geldern könnten jene unterstützt werden, die zum Überleben der nationalen Solidarität bedürfen. Die verteilten Hilfen würden wieder in den Konsumkreislauf eingebracht werden statt auf den Bankkonten der Wohlhabenden zu liegen. Hinter den Debatten über die öffentlichen Defizite, meilenweit entfernt vom Börsenmarkt und den Sorgen der Banken, stehen Frauen und Männer: In Frankreich müssen über vier Millionen mit 770 Euro monatlich ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten.

Verzweifelte Menschen nicht abweisen

„Catholic Weekly“ (Sydney) ruft zu menschlicherem Umgang mit Flüchtlingen auf:

Zehn Jahre nach Tampa, das den damaligen Premierminister zu der Aussage veranlasste: „Wir entscheiden, wer in dieses Land kommt und wie er kommt“, scheinen die Australier langsam zu begreifen, wie unmenschlich eine Politik ist, die verzweifelten Menschen die Tür vor der Nase zuschlägt – ohne zu prüfen, ob ihre Asylansprüche berechtigt sind. Sollte dieser Jahrestag uns nicht Anlass geben, die Einstellung unserer Nation gegenüber Asylsuchenden und Bootsflüchtlingen zu überdenken? Sollten wir nicht menschlicher und mitfühlender umgehen mit denen, die bei uns stranden, weil ohne Verfolgung leben möchten?