Presse: Ikone der Barmherzigkeit

Zum Jahr der Barmherzigkeit erinnert der „Catholic Weekly“ (Sydney) an das Attentat auf Johannes Paul II. vor 35 Jahren:

Johannes Paul II. verkündigte Gottes Barmherzigkeit nicht nur. Er lebte sie auch. Am 13. Mai 1981 wurde er auf dem Petersplatz von einer Kugel schwer verwundet. Er schrieb seine wunderbare Heilung der Gottesmutter von Fatima zu, deren Gedenktag an jenem Tag gefeiert wurde. Der Täter wurde gefasst und zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach seiner Genesung besuchte der Papst Ali Agça im Gefängnis – er ging hin, um dem Mann zu vergeben, der versucht hatte, ihn zu töten. Johannes Paul II. war eine Ikone der Barmherzigkeit für die Welt.

Wo ist die Revolution?

In London kommentiert der „Catholic Herald“ das Schreiben Amoris laetitia:

Wo ist die Revolution, die Kardinal Kasper versprochen (oder angedroht) hat? Jetzt kommt es darauf an, was als Nächstes geschieht. Wer die Streitpunkte geklärt haben wollte, um sich dann wieder ruhig dem Alltag zuzuwenden, ist wohl enttäuscht. Liberale werden Öffnungen ausnutzen, vor allem bezüglich des Verhältnisses des Individualgewissens zur universalen Norm. Andere Stimmen werden sich dem weiterhin energisch widersetzen. Franziskus hat die Streitpunkte nicht geklärt, sondern die Tür zwar nicht gerade aufgestoßen, aber zumindest behutsam einen Spalt breit geöffnet. Vielleicht ist das Dokument gerade in diesem Sinne ein Wendepunkt. Früher haben die Päpste durch autoritative Dokumente eingegriffen, um Streitpunkte, die in der Kirche zu Spaltung oder Verwirrung führten, beizulegen. Diesmal gibt der Papst durch ein Apostolisches Schreiben der Diskussion mehr Raum.

Grauzone organisierter Kriminalität

Die Pariser Zeitung „La Croix“ schreibt zum Skandal um die Panama-Papiere:

Die Enthüllung bestätigt die Notwendigkeit, Steuerparadiese zu bekämpfen. Trotz der Erfolge müssen die Bemühungen fortgesetzt und die Veruntreuung von Geldern, die unzähligen Bürgern Schaden zufügt, bekämpft werden. Es geht auch darum, eine Grauzone zu reduzieren, wo nicht alles illegal ist, wo aber reiche Unternehmen und Individuen, die gegen Steuern allergisch sind, sich in Gesellschaft gefährlicher Krimineller befinden: Kriminelle Verbindungen und Terrororganisationen zählen zu den besten Kunden schmutziger Geldnetzwerke.

Gegenmittel zu Fanatismus

„The Southern Cross“ (Kapstadt) mahnt zur Solidarität zwischen Katholiken und gemäßigten Muslimen:

Die Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kathedrale von Durban und der benachbarten Moschee ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine Freundschaft, die Gott gefällt – und sowohl islamistischen Extremisten als auch rassistischen Demagogen im Westen missfällt. Aktive, sichtbare Solidarität zwischen den Glaubensgemeinschaften ist der Schlüssel, um den „Islamischen Staat“ und seinesgleichen zu schwächen und die Spaltung, Angst und Intoleranz zu mildern, die ihr Terror in der Welt erzeugt.