Presse: Brüderliche Welt statt Triumph

„Asia News“ ruft Christen auf, den Dialog zwischen Muslimen zu unterstützen:

Sunniten und Schiiten sollten sich nicht gegenseitig exkommunizieren, sondern ihre Traditionen als zwei Wege erkennen, den Islam mit Würde zu leben. Neulich hörte ich Christen händereibend über den Krieg zwischen Sunniten und Schiiten sagen: „Gut für uns! Lassen wir sie kämpfen. Was kümmert uns das?“ Nein, das kann nicht Gottes Wille sein. Aus historischer Erfahrung wissen wir: Wenn Muslime einander bekämpfen, beginnt die Ermordung von Juden, dann die von Christen. Wir Christen wollen eine friedlichere, brüderliche Welt, nicht den Triumph einer Religion über eine andere. Daher müssen wir Sunniten und Schiiten in ihrem Streben nach Dialog und friedlichem Zusammenleben unterstützen.

Hitlers absurde Gedanken erkennen

Zur geplanten Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ schreibt die Tageszeitung „The Daily Telegraph“ (London):

Hätten die Deutschen in den 20er und frühen 30er Jahren „Mein Kampf“ wirklich gelesen und seine Absurdität erkannt, dann hätten sie seinen Autor wohl nie an die Macht kommen lassen. Das Beste, was man tun kann, damit der Nazismus sich nicht wieder ausbreitet, ist die Veröffentlichung von „Mein Kampf“, damit die Menschen es lesen und verspotten können. Die Deutschen sollten heute keine Bücher mehr verbieten – das ist, als würde man sie verbrennen. Lies und weine, Deutschland. Und vor allem: Lache darüber. Aber bitte lies es diesmal.

Unter der Vermummung ein Mensch

Die Zeitung „Avvenire“ (Mailand) kommentiert Meldungen über die Identität des islamistischen Terroristen „Jihadi John“:

Auf den Enthauptungs-Videos sieht man hinter Opfern und Henkern nur die Wüste. Weder Vegetation noch Dörfer noch Menschen – nur Steine und Staub, nur das Nichts, so wie die schwarze Vermummung das menschliche Antlitz verbirgt und verleugnet. Jetzt, da wir den Namen des Henkers mit britischem Akzent kennen, wollen wir auch sein Gesicht sehen. Wir wollen es lange betrachten – um fast kindliche Züge zu entdecken, irgendeinen Ausdruck, irgendein Licht in den feindseligen Augen. Irgendetwas, das uns zeigt, dass unter der Vermummung des Henkers – versteckt, zensiert und verleugnet – immer noch ein Mensch steckt.

Für die Politik, nicht von der Politik leben

„Desde la Fe“, die Zeitung der mexikanischen Bischofskonferenz, fordert ein Ende der Verschwendung öffentlicher Gelder:

Während das Parlament einen Sparkurs forderte, feierte der Senat seine Vollversammlung vor der Legislaturperiode in einer Wellnessoase in Baja California, um sich fernab der tristen Wirklichkeit über das Programm zu beraten. Das ist ein Affront gegen die Wähler in einem Land, in dem Millionen von Menschen so arm sind, dass sie in ihrem gesamten Arbeitsleben kaum jemals das Nötigste für Lebensunterhalt, Gesundheit und Bildung aufbringen. Die Gesellschaft fordert das Ende der frivolen und verschwenderischen Herrschaft einer Klasse, die von der Politik und nicht für die Politik lebt.