Presse: Bioethik: nicht nur Frage des „Fortschritts“

„Il Corriere della Sera“ (Mailand) kritisiert einseitige Berichterstattung über die Aufhebung des Verbots heterologer künstlicher Befruchtung in Italien:

Gewisse Kommentare über das Urteil des Verfassungsgerichtshofes zur heterologen Befruchtung sind deplatziert. Man mag darüber denken, wie man will. Es ist jedoch unangemessen, eine für die Gesellschaft so wesentliche Frage herabzuspielen und auf eine Auseinandersetzung zwischen „Anhängern des Fortschritts“ und „Feinden der Aufklärung“ zu reduzieren.

Heiliger Geist auf Kaffeepause?

„The Irish Catholic“ (Dublin) mahnt vor Verunglimpfungen von Benedikt XVI. durch Vergleiche mit Papst Franziskus:

Weil Papst Franziskus herzlich und liebenswürdig ist, einen informellen Stil pflegt und auf Menschen zugeht, werden Meinungen auf ihn projiziert, die keinen Bezug zur Realität haben: die Karikatur eines Mannes und seiner Botschaft. Besonders irritierend ist, wenn die Karikatur dazu benutzt wird, seine Vorgänger schlecht zu machen, besonders Papst Benedikt. Immer wenn Franziskus etwas anders macht – selbst so unbedeutende Dinge wie irgendwohin zu gehen, wohin Benedikt gefahren wurde, Italienisch zu sprechen, wo Benedikt Latein gebrauchte, oder seine eigene Aktentasche zu tragen –, heben einige Kommentatoren dies hervor und unterstellen Benedikt unterschwellig Arroganz und Stolz. Auf Franziskus werden warme Eigenschaften projiziert, auf Benedikt kalte und autoritäre. Einige Kommentare, auch von Katholiken, kommen der Unterstellung nahe, das letzte Pontifikat sei ein Fehler gewesen – als habe der Heilige Geist eine Kaffeepause eingelegt, als die Wahl stattfand.

Oscar Wilde konvertierte kurz vor dem Tod

Die Genfer Wochenzeitung „Echo Magazine“ kommentiert die Einführung der Homo-„Ehe“ in England und Wales:

Weder Sex noch Geld noch Partys noch Karriere sind eine Antwort auf das tiefste Verlangen des menschlichen Herzens. Den Glauben zu vermitteln, dass das Recht auf die Homo-„Ehe“, das Recht auf ein Kind oder das Recht auf einen würdevollen Tod genügen, um glücklich zu sein, ist eine Lüge. Es bedarf dazu viel mehr. Es bedarf eines Gottes. Oscar Wilde entdeckte das kurz vor seinem Tod durch seine Konversion. Und Papst Franziskus sagt nichts anderes: Er hat eine dauerhafte Freude gefunden bei Christus, dem menschgewordenen Gott, der liebt, vergibt und ein „gutes Leben“ gewährt. Aber wie lässt sich das für jeden Menschen – homosexuell oder nicht – sichtbar und interessant machen?

Tragödie aus Müßiggang und Stillstand

Zum Problem der wachsenden Langzeitarbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten schreibt „The Washington Post“:

Die US-Notenbank plant keine Erhöhung der Zinsrate bis 2015: Das ist richtige Politik. Ein Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt – mehr Arbeitsplätze, höhere Gehälter – würde fast allen nützen. Langzeitarbeitslosigkeit ist eine nationale und persönliche Tragödie. Sie ist eine Falle aus Müßiggang und Stillstand. Wir haben keine Lösung für das Problem, aber wir können wenigstens dazu beitragen, es nicht zu verschlimmern.