Papst macht Westen für Migration verantwortlich

Neues Interviewbuch erscheint am kommenden Mittwoch

Paris (DT/KNA/KAP) Der Papst macht den Westen für die Ursachen von Migration mitverantwortlich. Viele Migranten kämen nach Europa, weil sie keine Arbeit hätten oder aufgrund von Krieg. „Wer macht den Krieg? Wer stellt die Waffen zur Verfügung? Wir“, zitiert das französische „Figaro Magazin“ Franziskus aus einem Interviewbuch des französischen Soziologen Dominique Wolton, das am Mittwoch den 6. September erscheint. Das Magazin veröffentlichte vorab einige Auszüge aus den Gesprächen mit dem Papst. Die Afrikaner seien von europäischen Kolonialmächten ausgebeutet worden, so Papst Franziskus. Heutzutage seien es internationale Firmen, die ganze Wälder in afrikanischen Ländern abholzten. Es müssten mehr Arbeitsmöglichkeiten in Afrika geschaffen werden; Firmen müssten dort investieren.

Das Interviewbuch „Politique et societe, Pape Francois, rencontres avec Dominique Wolton“ (Politik und Gesellschaft, Papst Franziskus, Begegnungen mit Dominique Wolton) erscheint am kommenden Mittwoch. Für das Buch hatte sich Wolton zwölf Mal mit dem Papst getroffen.

Papst Franziskus enthüllt darin auch, dass er in früheren Jahren eine jüdische Psychoanalytikerin konsultiert hat: „Sechs Monate lang bin ich einmal in der Woche zu ihr gegangen, um Licht in bestimmte Sachen zu bringen.“ Er sei damals 42 Jahre alt gewesen. Jorge Mario Bergoglio war damals Provinzial der Jesuiten für Argentinien. Wegen welcher Probleme er beschlossen hatte, die Psychoanalytikerin aufzusuchen, sagte der Papst nicht. Es habe sich um einen Moment in seinem Leben gehandelt, in dem er diese Hilfe benötigt habe.