Obamacare: US-Bischöfe kritisieren Trump

Washington (DT/KAP/KNA) Die katholische Bischofskonferenz der USA kritisiert den neuerlichen Vorstoß von US-Präsident Donald Trump für drastische Einschränkungen des geltenden Gesundheitssystems Obamacare. Menschen mit geringem Einkommen müssten unbedingt „geschützt“ werden, forderte Frank Dewane, Bischof von Venice (Florida) als Vorsitzender des Bischofskomitees für soziale Gerechtigkeit am Wochenende. Notwendig sei eine „umsichtige Reform im Interesse der Schwächsten“. Der US-Präsident versucht nach dem wiederholten Scheitern im Kongress, das Gesundheitssystem der USA im Alleingang zu verändern. Dafür strich Trump rund neun Milliarden Dollar an Subventionen, die US-Amerikanern bisher helfen, eine Krankenversicherung abzuschließen. Am Donnerstag unterzeichnete Trump ein Dekret, das darauf abzielt, die Ausführung des bestehenden Obamacare-Gesetzes zu verändern. „Mit diesen Aktionen werden wir die Kosten senken und mehr Optionen auf dem Gesundheitsmarkt schaffen“, erklärte der Präsident. Unter anderem will er die Standards für den Versicherungsumfang senken, um den Erwerb von Billigpolicen zu ermöglichen. Bischof Dewane äußerte „große Besorgnis“ angesichts des von Trump geplanten Endes der Subventionen für die Krankenversicherer. Das in der Amtszeit von Barack Obama beschlossene Bundesgesetz Affordable Care Act sei zwar „keineswegs perfekt“, so der Bischof. Führende Politiker dürften aber die Gesundheitsversorgung der Menschen „nicht als Druckmittel oder Faustpfand in Verhandlungen nutzen“. Dies würde „das Herzstück der menschlichen Würde“ treffen. Die Armen und Schwachen trügen die Hauptlast eines solchen Ansatzes. Die Führer der Demokraten im Kongress, Chuck Schumer und Nancy Pelosi, werteten Trumps Vorstoß als Angriff auf die Versicherten und als „boshaften Akt einer sinnlosen Sabotage“.