Österreich: Asyl für Iraner

Wien (DT/KAP) Für etwa 100 Iraner, die auf der geplanten Ausreise in die USA seit mehr als zwei Jahren in Wien feststecken, gibt es jetzt eine Lösung: Die Gruppe aus religiösen Minderheiten, darunter assyrische und armenische Christen, Mandäer und Zoroastrier, hat in Österreich Asyl erhalten. Bei den gestrandeten Iranern handelt es sich um Personen, die am „Lautenberg-Programm“ des US-Kongresses teilgenommen hatten. Angehörige religiöser Minderheiten erhielten mit diesem Programm ein Visum in die USA, wobei für Teilnehmer aus dem Iran, das keine direkten diplomatischen Beziehungen zu den USA pflegt, Österreich als Transitland diente.

Obwohl sie die Zusage für das US-Visum erhalten hatten, saßen etliche im Jahr 2017 aus der Heimat aufgebrochene Perser nach ihrer legalen Einreise nach Österreich hier aufgrund der plötzlich verschärften US-Einreiseregelungen fest. Für 120 Personen war dieser Zustand nicht nur vorübergehend, sondern definitiv: Sie konnten weder vor noch zurück in die Heimat, da sie dort als Verräter gesehen worden wären und Repressalien befürchten mussten. Die Erzdiözese Wien unterstützte die Iraner von Beginn an mit Spenden aus kirchlichem Umfeld. Etwa ein Dutzend Personen dieser Gruppe erhielten im Frühjahr in den USA überraschend einen Positiv-Bescheid und konnten ausreisen. Die anderen beantragten Asyl in Österreich. Erleichtert über die Asylgewährung äußert sich die Menschenrechtssprecherin der ÖVP-Parlamentsfraktion, Gudrun Kugler, die sich seit 2018 für die Gruppe eingesetzt hatte. Für die Iraner sei Österreich nach ihrer Odyssee zur zweiten Heimat geworden, so Kugler.