Sokoto

Nigeria: Entführter Seminarist getötet

Ein in Nigeria entführter Seminarist wurde nun von seinen Entführern getötet. Das zeigt: Die Sicherheitslage im Land ist weiterhin prekär.

Nigeria: Seminarist getötet
Die Lage in Nigeria sei so schlimm wie nie zuvor, erklärte der Vorsitzende der nationalen Bischofskonferenz gegenüber dem Hilfswerk „Kirche in Not.“ Im Bild: Zwei Bereitschaftspolizisten tragen Gasmasken und einen Granatwerfer während einer Zusammenkunft von Unterstützern des amt... Foto: Ben Curtis (AP)

Ein in Nigeria entführter Seminarist ist tot – er wurde von seinen Kidnappern getötet. Michael Nnadi war 18 Jahre alt. Er war zusammen mit drei weiteren Seminaristen im Januar entführt worden. Bei den anderen handelt es sich nach Angaben von CNA um Pius Kanwai, 19, Peter Umenukor, 23, und Stephen Amos, 23. Der erste Seminarist war bereits am 18. Januar freigelassen worden.

Lage "so schlimm wie nie zuvor"

„Mit einem sehr schweren Herzen muss ich Sie informieren, dass unser lieber Sohn Michael von den Banditen ermordet wurde – zu einem noch unbekannten Zeitpunkt. Er und die Frau eines Arztes wurden willkürlich von der Gruppe getrennt und getötet. Der Rektor identifizierte seine Leiche", teilte der Bischof der Diözese Sokoto, Matthew Hassan Kukah, am  1. Februar mit. Bischof Kukah sagte, dass er die Bekanntgabe von Nnadis Tod etwas verzögert habe, bis dessen Mutter informiert werden konnte: „Wir haben ihr die Nachricht überbracht, und ich werde bei ihr sein“, so Kukah weiter. „Der Herr weiß es am besten. Lasst uns stark bleiben und für die Ruhe seiner Seele beten“.

Der Präsident der nigerianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Augustine Obiora Akubeze von Benin City, hatte erst kürzlich wieder auf die prekäre Sicherheitslage im Land hingewiesen. Es sei so schlimm wie nie zuvor, erklärte er gegenüber dem Hilfswerk „Kirche in Not.“  Auch die Zusammensetzung der Regierung des Landes werfe Fragen auf. In einem Land, in dem „50 Prozent Christen leben“, sei die Regierung zu 95 Prozent mit Muslimen aus derselben Ethnie wie Präsident Buhari besetzt, klagte der Präsident der nigerianischen Bischofskonferenz.

Zusammensetzung der Regierung wirft Fragen auf

Am 8. Januar, zwischen 22:30 und 23:00 Uhr, waren Banditen in das Priesterseminar „Good Shepherd“ (Guter Hirte)  in Kakau, in der Nähe der Hauptstadt Kaduna des gleichnamigen Bundesstaates in Zentralnigeria, entführt worden. Nach dem Überfall waren die Banditen mit vier Seminaristen geflohen. Einem Polizeisprecher zufolge hatten die Terroristen während des Überfalls auch Zugang zu dem Wohnheim, in dem 268 Studenten untergebracht sind.

DT/chp

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