Neue Weichen gestellt

Bei einer Konferenz in Washington ging es um ein besseren Schutz der Religionsfreiheit in der Welt

U.S. ambassador to the Holy See Callista Gingrich walks past Pope Francis during the traditional exchange of the New Year greetings in the Regal Room at the Vatican
Callista Gingrich ist die Botschafterin der USA beim Vatikan. Foto: Reuters
U.S. ambassador to the Holy See Callista Gingrich walks past Pope Francis during the traditional exchange of the New Year greetings in the Regal Room at the Vatican
Callista Gingrich ist die Botschafterin der USA beim Vatikan. Foto: Reuters

Washington (DT/KNA/malu) Der Vatikan und die USA planen einen gemeinsamen Gipfel zum Thema Religionsfreiheit. Dieser soll am 2. Oktober im Vatikan stattfinden, wie die amerikanische Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Callista Gingrich, bekannt gab. Die 53-Jährige äußerte sich im Rahmen des zweiten Gipfeltreffens für die internationale Religionsfreiheit, das vergangene Woche in der US-Hauptstadt Washington, D.C. veranstaltet wurde. Gingrich fügte hinzu, das Treffen im Vatikan werde unterstreichen, wie wichtig die Arbeit mit religiösen Organisationen sei, um die Religionsfreiheit zu schützen.

An dem dreitägigen Gipfel in Washington nahmen führende Vertreter verschiedener Religionen, Bürgerrechtler und mehr als 100 Außenminister teil. Der US-Botschafter für die internationale Religionsfreiheit, Sam Brownback, schlug vor, überall „runde Tische“ zu etablieren, um den Einsatz für Religionsfreiheit voranzutreiben. „Obwohl die meisten Menschen in der Welt religiös sind, leben 80 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, die Religionen einschränken“, bemängelte Brownback. Der „eiserne Vorhang religiöser Verfolgung“ müsse ein für allemal eingerissen werden. US-Außenminiser Mike Pompeo, der auch an dem Gipfel teilnahm, bezeichnete es als „moralisches Gebot“, dass jeder überall frei seinen Glauben leben könne. „Alle Menschen an jedem Platz dieser Erde müssen ihren Glauben offen praktizieren dürfen.“ Pompeo verwies auch auf die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nation hin. Darin sei Religionsfreiheit als Grundrecht festgeschrieben. Vielerorts werde dieses Grundrecht jedoch bedroht oder komplett verweigert. Beim dem Gipfeltreffen trat auch die irakische Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad auf. Die 26-Jährige überlebte den vom sogenannten „Islamischen Staat“ verübten Völkermord an den Jesiden. Ebenso sprach der evangelische US-Pastor Andrew Brunson, der vor einem Jahr aus türkischer Haft entlassen worden war. Der Einsatz für Glaubensfreiheit mache auch einen großen Teil ihrer Arbeit im Vatikan aus, erklärte Botschafterin Gingrich. Die USA würden sich „niemals damit zufrieden geben, dass gläubige Menschen von Regierungen oder Gesellschaften verfolgt oder unterdrückt werden. Die Ehefrau des bekannten republikanischen Politikers Newt Gingrich war im Oktober 2017 von US-Präsident Donald Trump zur Vatikan-Botschafterin der USA ernannt worden. Ihre Personalie war jedoch umstritten – Kritiker warfen ihr mangelnde Kompetenz vor. Ihre Hauptqualifikation sei die persönliche Nähe zum Präsidenten.

Auch die deutsche Politik nahm das Treffen zu Religionsfreiheit wahr. Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel, nannte es ein gutes Zeichen, dass sich inzwischen zahlreiche Regierungen weltweit für diese Sache einsetzten. „Nur wenn wir gemeinsam vorgehen, können wir religiös Verfolgten helfen“, so der CDU-Politiker. Aus seiner Sicht sei es wichtig, „dass wir alle Menschen, Gläubige sowie Nicht-Gläubige, in unser Engagement einbeziehen und Religions- und Weltanschauungsfreiheit stets in den Gesamtkontext der Menschenrechte stellen“, äußerte sich Grübel weiter. Gleichzeitig betonte er, dass es wichtig sei, auch mit den Ländern im Dialog zu bleiben, die nicht an der Konferenz teilnahmen.