Netanjahu will Rivlin als Präsident verhindern

Jerusalem (DT/dpa) Das israelische Parlament wählt am 10. Juni einen Nachfolger für Präsident Schimon Peres. Das teilte Parlamentspräsident Juri Edelstein am Montag mit. Die Amtszeit von Peres (90) endet Ende Juli. Mindestens einen Monat vorher muss das Parlament, die Knesset, einen Nachfolger gewählt haben. Der Präsident wird in geheimer Abstimmung für sieben Jahre gewählt und hat überwiegend repräsentative Aufgaben. Allerdings vergibt er nach einer Parlamentswahl den Auftrag zur Regierungsbildung. Dabei muss er nicht unbedingt dem Vorsitzenden der stärksten Partei den Vorzug geben. Als aussichtsreichster Kandidat für das Präsidentenamt gilt der frühere Parlamentspräsident Reuven Rivlin. Regierungschef Benjamin Netanjahu will dessen Wahl jedoch Medienberichten zufolge verhindern, obwohl Rivlin seiner Likud-Partei angehört. Netanjahu habe sogar erwogen, dafür das Präsidentenamt abzuschaffen. Als Grund wird eine persönliche Abneigung Netanjahus gegen Rivlin genannt. Deshalb habe der Regierungschef Angst, dass ein Präsident Rivlin ihm nach der nächsten Knessetwahl nicht erneut den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen könnte.