Muslime fühlen sich heimisch

Wien (DT/sb) Drei Viertel der in Europa lebenden Muslime haben ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zu dem Land, in dem sie leben. Das zumindest behauptet die Grundrechteagentur der Europäischen Union (FRA) mit Sitz in Wien. Aus einer Erhebung, die die Agentur am Donnerstag veröffentlichte, geht jedoch hervor, dass 31 Prozent der in Europa lebenden Muslime, welche auf Arbeitssuche sind, in den zurückliegenden Jahren Diskriminierungen erfahren hätten. 42 Prozent der Befragten, die im Vorjahr von der Polizei angehalten wurden, gaben an, „dass diese Kontrollen aufgrund ihres Migrationshintergrunds beziehungsweise ihrer Zugehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit erfolgten“.

Nach Angaben der FRA wurden 10 527 Personen aus 15 von 28 EU-Mitgliedstaaten befragt, auch aus Deutschland und Österreich. Der am Donnerstag vorgelegte Bericht sei lediglich „Teil einer weiterreichenden Erhebung von 25 500 Migranten und Angehörigen von Minderheiten in allen 28 EU-Mitgliedstaaten“. Nach Angaben der FRA hat die überwiegende Mehrheit der Muslime in der EU großes Vertrauen in die demokratischen Institutionen. FRA-Direktor Michael O'Flaherty meinte: „Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass es vollkommen lächerlich ist, zu behaupten, Muslime wären in unseren Gesellschaften nicht integriert.“ Das Gegenteil sei der Fall: „Wir stellen fest, dass ihr Vertrauen in die demokratischen Institutionen größer ist als bei weiten Teilen der Allgemeinbevölkerung.“ Jedoch verhinderten Diskriminierung und Hasskriminalität die Inklusion der Muslime, sagte O'Flaherty. „So gesehen laufen wir Gefahr, einzelne und ganze Bevölkerungsgruppen zu entfremden, was gefährliche Folgen haben kann.“ Der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermans, meinte in einer Stellungnahme zu der Erhebung, das Vertrauen muslimischer Gemeinschaften in die öffentlichen Institutionen und die Rechtsstaatlichkeit sei ermutigend.