Missbrauch durch Ex-Bischof

Trondheim (DT/KNA) Die katholische Kirche in Norwegen hat Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Bischof von Trondheim bestätigt. Bereits im vergangenen Jahr habe der aus Deutschland stammende Georg Müller den sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen gestanden, teilte der Bischof von Oslo, Bernt Eidsvig, in Trondheim mit. Der nach norwegischem Strafrecht verjährte Vorfall sei auch der eigentliche Grund für den Rücktritt Müllers im Sommer 2009 gewesen, so Eidsvig, der als Apostolischer Administrator die Amtsgeschäfte in Trondheim weiterführt. Seitdem habe Müller keine seelsorgliche Tätigkeit mehr ausgeübt. Laut Medienberichten war Müller zum Tatzeitpunkt vor mehr als 20 Jahren bereits als Priester in Trondheim tätig. Das heute etwa 30-jährige Opfer, damals ein Messdiener, habe eine Entschädigung der Kirche in Höhe zwischen 400 000 und 500 000 Kronen erhalten, umgerechnet rund 50 000 bis 65 000 Euro. Wie Eidsvig weiter mitteilte, war die Apostolische Nuntiatur in der schwedischen Hauptstadt Stockholm im vergangenen Jahr mit der Klärung des Vorfalls betraut. Am Dienstag schließlich habe er von dem Präfekten der Glaubenskongregation im Vatikan, Kardinal William Levada, „den schweren Auftrag“ erhalten, die Öffentlichkeit über den gesamten Vorgang zu informieren. Zusätzliche Details zu dem Fall würden auf Wunsch des Opfers nicht bekanntgegeben. Weitere Übergriffe Müllers seien nicht bekannt. Es sei Praxis der Glaubenskongregation, Informationen über Missbrauchsfälle nur mit Einwilligung der Opfer publik zu machen, hieß es zur Erklärung im Vatikan. Der aus Volkesfeld bei Trier stammende Müller hatte die Territorialprälatur in Mittelnorwegen mit ihren rund 2 500 Katholiken seit 1988 als Apostolischer Administrator und seit 1997 als Bischof geleitet. Im Sommer 2009 trat er zurück. Der Vatikan verwies damals auf eine kirchenrechtliche Regelung, die einem Bischof den Amtsverzicht nahelegt, wenn er aus gesundheitlichen oder anderen schwerwiegenden Gründen „nicht mehr recht in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen“.