Mediziner in Schranken weisen

Berlin (DT/reh) Die am Dienstag von Reproduktionsmedizinern in Berlin erhobene Forderung nach Zulassung des sogenannten elektiven Single Embryo-Transfer (eSET) und nach einer Ablösung des strengen deutschen Embryonenschutzgesetzes durch ein liberales Fortpflanzungsmedizingesetz, ist bei Lebensrechtlern auf massive Kritik gestoßen.

Offenbar angeregt durch die Vorberichterstattung der „Tagespost“, forderte die Bundesvorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA), Claudia Kaminski, die Bundesregierung müsse „die Reproduktionsmedizin in ihre Schranken weisen. Der sogenannte elektive Single Embryo Transfer, bei dem Reproduktionsmediziner aus mehreren künstlich erzeugten Embryonen einen auswählen können sollen, wäre das endgültige Aus für den Embryonenschutz in Deutschland.“ Das Embryonenschutzgesetz, „um das Deutschland von zahlreichen Staaten – darunter den USA – beneidet wird, verhindert, dass in Deutschland hunderttausende embryonale Menschen in tiefgekühltem Zustand darauf warten, getötet zu werden. Genau das wäre aber die Folge, wenn der jetzt geforderte eSET in Deutschland zugelassen würde“, so die Ärztin.

Kritik kam auch von den „Christdemokraten für das Leben“ (CDL). Deren Bundesvorsitzende Mechthild Löhr warf den Reproduktionsmedizinern vor, den „Einstieg in Selektion und Überproduktion menschlicher Embryonen auch in Deutschland erreichen“ zu wollen, und bekräftigte, dass sich die „Christdemokraten für das Leben“ gegen jeden Versuch wendeten, „den Embryonenschutz weiter aufzuweichen“. Löhr: „Der Mensch ist nicht sein eigener Schöpfer. Er darf weder zu einem Forschungsobjekt noch zu einer Ware degradiert werden, von deren Qualität die Berechtigung zum Leben abhängt.“

(Eine Analyse des Gutachtens finden Sie auf Seite 3.)