Malteser-Kanzler dankt Papst für Eingreifen

„Eine gewisse Irritation“ unter den Förderern der Malteser in Deutschland – Präsident Erich zu Lobkowicz sieht Kampf mit „Hardlinern“

Dresden (DT/KNA) Die Führung der deutschen Assoziation des Malteserordens lobt die Rolle des Vatikan im Streit um den Malteserorden. „Wir sind überaus dankbar, dass der Heilige Stuhl dem Orden in dieser Verfassungskrise so schnell und sicher geholfen hat“, sagte der Kanzler des deutschen Zweiges, Stephan Freiherr Spies von Büllesheim, am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Dresden. Nach seinen Worten sieht sich die deutsche Assoziation nicht als Opfer einer Kampagne. Es gebe aber „Leute, die glauben, dass wir zu viel Einfluss haben“.

Den Konflikt innerhalb des Ordens, der sich unter anderem am Großkanzler des Malteserordens, Albrecht von Boeselager, entzündet hatte, bezeichnete von Spies als unnütz. „Er hätte sicher anders gelöst werden können.“ Die Vorkommnisse hätten unter den Förderern der Malteser in Deutschland „eine gewisse Irritation“ ausgelöst, sagte der Jurist. „Eine kleine Zahl von Förderern des Malteser Hilfsdienstes – im zweistelligen Bereich – hat wegen des Konflikts ihren Rückzug erklärt.“

Ordensgericht soll den Konflikt jetzt lösen

Auf die Frage, ob von Boeselager weiter Großkanzler sei, sagte von Spies: „Der Papst hat Herrn von Boeselager in Schreiben weiterhin als Großkanzler bezeichnet – und nicht als ehemaligen Großkanzler.“ Der Freiherr betonte, er setze darauf, dass das Ordensgericht den Konflikt lösen werde. „Es wird nach meiner Einschätzung entscheiden, dass geltende Regeln nicht beachtet wurden“, sagte er. Eigentlich seien die Regeln ausreichend. „Die ein oder andere Regel in der Verfassung könnte präzisiert werden. Etwa, wenn es um die Frage Wahl oder Ernennung bei bestimmten Ämtern geht, oder wer wen aus welchen Ämtern entlassen kann.“

Auf die Frage der KNA, ob Kardinal Raymond Leo Burke „als Kardinalpatron des Malteserordens noch haltbar“ sei, antwortete von Spies wörtlich: „Der Papst hat ihn in dieses Amt eingesetzt. Er muss auch über das weitere Vorgehen entscheiden.“

Zuvor hatte der Präsident der deutschen Assoziation, Erich zu Lobkowicz, erklärt, es gebe im Malteserorden „einen Kampf zwischen all dem, was Papst Franziskus repräsentiert, und einer kleinen Clique von ultrakonservativen Hardlinern“.

Großmeister Matthew Festing hatte zuvor den Großkanzler, den Deutschen Albrecht von Boeselager, abgesetzt. Papst Franziskus hat zur Untersuchung eine Vatikan-Kommission eingesetzt. Festing lehnte eine Kooperation mit dem Gremium als Einmischung in innere Angelegenheiten des souveränen Malteserordens ab. Er trat am Mittwoch von seinem Amt zurück.