Leben in Unfreiheit

Die DBK hat eine Arbeitshilfe zu Venezuela und Kuba veröffentlicht. Von Michael Leh

Interview mit Bambergs Erzbischof Schick
Erzbischof Ludwig Schick stellte die Arbeitshilfe vor. Foto: dpa
Interview mit Bambergs Erzbischof Schick
Erzbischof Ludwig Schick stellte die Arbeitshilfe vor. Foto: dpa

Ein neues Heft „Arbeitshilfe Kuba und Venezuela“ haben Erzbischof Ludwig Schick und der Vorsitzende der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof José Luis Azuaje Ayala, gemeinsam in Berlin vorgestellt. Die 20-seitige Publikation aus der Heftserie „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“ kann bei der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) bestellt und auch kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Der Bamberger Erzbischof Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der DBK ist, erklärte zu Kuba und Venezuela: „Alles, was im Verdacht steht, die Meinungshoheit und das Gestaltungsmonopol des Staates in Frage zu stellen, wird unterbunden. Administrative Schikanen und systematische Benachteiligung bis hin zu Gefängnisstrafen sind an der Tagesordnung.“ Mit Blick auf beide Länder werde schnell deutlich, dass es keine Religionsfreiheit ohne Meinungsfreiheit geben könne. „Im Januar war ich für einige Tage auf Kuba“, erklärte Schick, „den absoluten Machtanspruch des kommunistischen Partei- und Staatsapparates konnte ich auf Schritt und Tritt erleben.“ In dem Einparteienstaat würden die Medien zensiert. Dabei werde Kuba, erklärte Schick, „in der internationalen Berichterstattung nicht selten vor allem als touristischer Zielort mit dem maroden Charme eines der letzten kommunistischen Länder“ dargestellt.

In der neuen „Arbeitshilfe“ ist auch ein Schreiben dreier kubanischer katholischer Pfarrer vom Januar 2018 an den damaligen Präsidenten Kubas, Raul Castro, dokumentiert. Darin heißt es: „Die Kubaner wissen, dass sie keine Meinungsfreiheit haben, sie hüten sich davor zu sagen, was sie denken und fühlen, denn sie leben in Angst, oft sogar vor denen, mit denen sie jeden Tag zusammenleben: Schulkameraden, Arbeitskollegen, Nachbarn, Bekannte und Verwandte. Wir leben in einem Netz von Lügen, das sich vom eigenen Zuhause bis in die höchsten Ebenen erstreckt.“ Das Volk sei entmutigt und müde: „Die Stagnation lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: überleben oder fliehen.“ Die drei Patres fordern auch: „Wir wollen frei wählen. In Kuba gibt es Abstimmungen, keine Wahlen.“

Erzbischof José Luis Azuaje Ayala schilderte in Berlin die dramatische humanitäre Situation in Venezuela: „Es gibt inzwischen viele Menschen, die im Müll nach Essen suchen.“ Medikamente und Grundnahrungsmittel seien im ehemals reichsten Land Lateinamerikas knapp geworden, täglich emigrierten tausende Venezolaner ins Ausland. Wer gegen das Regime protestiere, werde „verfolgt, verhaftet, ins Gefängnis geworfen“, sagte Azujaje Ayala. Unter Präsident Nicolas Maduro nähmen auch „die Polemik und die Aggression gegenüber der Kirche massiv zu“, erklärte der Erzbischof. Die Kirche stehe jedoch an der Seite der Notleidenden

Die Arbeitshilfe kann auf der Internetseite der DBK bestellt und heruntergeladen werden: www.dbk-shop.de